|
23. Dezember 2009
Tod von Michael Jackson löste Run auf Alben aus
Frankfurt/Main - Abrupt ist die Ära des großen Pop mit dem plötzlichen Tod von Michael Jackson zu Ende gegangen. Die traurige Nachricht löste einen weltweiten Run auf die Alben des «King of Pop» aus, und auch im deutschsprachigen Raum war das nicht anders. Ansonsten schritt in der globalisierten Musikwelt die Regionalisierung voran: Gut zwei Drittel der Top-Fünf-Alben im Jahr 2009 kamen von deutschen Künstlern. Den nachhaltigsten Erfolg landete Peter Fox mit seinem bereits 2008 erschienenen Album «Stadtaffe», das wie kein anderes das Lebensgefühl der Berliner Republik traf.
Das Doppelalbum «King of Pop» mit den 16 größten Hits Michael Jacksons behauptete sieben Wochen in Folge Platz eins der deutschen Verkaufshitparade. Insgesamt war es elf Wochen in den Top-5 platziert. Am 20. Juli, vier Wochen nach dem Tod des Sängers, Tänzers und Entertainers belegten fünf Michael-Jackson-Alben (»King of Pop», «Number Ones», «Thriller», «HIStory» und «Dangerous») die ersten fünf Plätze. Besser kann das Phänomen Michael Jackson, die Rückverwandlung des zur Halloween-Maske verkümmerten, von Prozessen um den angeblichen Missbrauch von kleinen Jungs völlig ver- und zerstörten Jackson auf den Popthron eigentlich nicht illustriert werden.
Jackson wurde nur 50 Jahre alt - in den Charts, Arenen und Stadien tummeln sich aber immer noch etliche Stars aus der goldenen Zeit der Rock- und Popmusik, die wesentlich älter sind als er. Bruce Springsteen legte mit «Working On A Dream» den Soundtrack zum historischen Amtsantritt des ersten schwarzen Präsidenten der USA, Barack Obama, vor. Und er liefert noch immer begeisternde Live-Shows ab, so auch im Sommer in München und Frankfurt. Am 23. September feierte er seinen 60. Geburtstag. Paul McCartney entdeckte seine Identität als Beatle wieder und verzauberte zum Jahresende mit Konzerten, die vielleicht die in dieser Fülle letzten authentischen Live-Interpretationen von Beatles-Liedern enthielten: Sir Paul ist immerhin bereits 67 Jahre alt. Die digital neu herausgeputzten Beatles-Alben kamen gut an - die fast 200 Euro teure Beatles-Mono-Box schaffte es sogar einmal auf Platz drei der Verkaufscharts.
Die etwas jüngeren U2 und Depeche Mode behaupteten ihre Spitzenstellung als internationale Top-Acts. Bono & Co setzten mit ihrer «360»-Grad-Tour Maßstäbe in Bühnen- und Soundtechnik, und auch musikalisch ist «No Line On The Horizon», kein Schlussstrich, in Sicht. Depeche Mode waren mit «Sounds of the Universe» vier Mal hintereinander auf Platz eins - nur Jackson grüßte länger vom Chart-Gipfel. weiterlesen >>

|