Angst vor Arbeitslosigkeit wirkt zunehmend als Konsumbremse
veröffentlicht am 22.12.2009

Aus Angst vor Arbeitslosigkeit wollen die Verbraucher nach Weihnachten den Gürtel enger schnallen. Kurz vor den Festtagen sahen im Dezember weniger Menschen als im Vormonat die Zeit für größere Ausgaben als günstig an, wie der Nürnberger Marktforscher GfK in seiner am Dienstag veröffentlichten Konsumklimastudie mitteilte. Ein Konsumeinbruch sei aber nicht zu erwarten, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl der Nachrichtenagentur DAPD.
Nürnberg - Aus Angst vor Arbeitslosigkeit wollen die Verbraucher nach Weihnachten den Gürtel enger schnallen. Kurz vor den Festtagen sahen im Dezember weniger Menschen als im Vormonat die Zeit für größere Ausgaben als günstig an, wie der Nürnberger Marktforscher GfK in seiner am Dienstag veröffentlichten Konsumklimastudie mitteilte. Ein Konsumeinbruch sei aber nicht zu erwarten, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl der Nachrichtenagentur DAPD.
Denn gleichzeitig glaubten wieder mehr Verbraucher an eine konjunkturelle Erholung und daran, künftig mehr Geld zur Verfügung zu haben. Während für Weihnachten noch kräftig eingekauft werde, wollten die Menschen nach dem Fest wieder stärker sparen, sagte Bürkl. «Das sind die ersten Vorboten für das neue Jahr.» Die Angst vor Arbeitslosigkeit krieche allmählich hoch und dürfte im kommenden Jahr zur Konsumbremse werden.
Entsprechend erwartet die GfK für Januar 2010 eine erneute Verschlechterung des Konsumklimaindex auf 3,3 Punkte nach 3,6 im Dezember. Sollte die seit drei Monaten zu beobachtende Abwärtsentwicklung bis zum Frühjahr anhalten, werde es für den privaten Verbrauch im kommenden Jahr schwierig werden, Impulse zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum zu liefern, meinte Bürkl.
Ein Konsumeinbruch sei aber nicht zu befürchten. «Wir gehen als wahrscheinlichstes Szenario von einer Stagnation aus», sagte er. Für das laufende Jahr erwartet der Experte ein Wachstum der Binnennachfrage um 0,5 Prozent. Damit habe sie sich im Krisenjahr als die wesentliche Stütze der inländischen Wirtschaft erwiesen, erklärte Bürkl.
Die im Dezember deutlich gestiegene Sparneigung ist nach Einschätzung des Konsumexperten keineswegs als Vertrauensbeweis in die Finanzinstitute zu verstehen. Die Menschen legten ihr Geld nicht an, sondern ließen es zum Teil einfach auf dem Konto liegen, statt es für Konsumgüter auszugeben, sagte Bürkl. «Hier spielt der Sicherheitsaspekt eine große Rolle.»
Neben der Preisentwicklung sei der Arbeitsmarkt die wichtigste Stellgröße im kommenden Jahr und zugleich der Unsicherheitsfaktor schlechthin. Der Index der Anschaffungsneigung büßte daher im Dezember 5,1 auf 21,2 Punkte ein, liegt aber noch immer deutlich über dem Vorjahr von minus 6,3 Punkten.
Aufgrund optimistischer Prognosen verschiedener Wirtschaftsinstitute glauben laut GfK aber mehr Menschen als im November an eine konjunkturelle Erholung im Land: Der entsprechende Index legte im Vergleich zum Vormonat um 0,8 auf 1,7 Punkte zu.
Diese Zuversicht und die von der Bundesregierung angekündigten Steuerentlastungsprogramme ließen die Menschen wieder an höhere Einkommen glauben, hieß es. So gingen im Dezember mehr Menschen davon aus, künftig mehr Geld zur Verfügung zu haben. Der entsprechende Index der persönlichen Einkommenserwartungen verbesserte sich demnach um 8,8 auf 15 Zähler.
Für die aktuelle Studie wurden 2.000 Verbraucher befragt. Die Ergebnisse der nächsten Erhebung werden am 25. Januar veröffentlicht. (© AP)




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