Bei Quelle geht das Licht aus
veröffentlicht am 19.12.2009

Bei Quelle gehen am Samstag endgültig die Lichter aus. «Das ist definitiv der letzte Verkaufstag», sagte die Betriebsratsvorsitzende Beate Ulonska der Nachrichtenagentur DAPD. Was nach Ladenschluss in den bundesweit 60 Quelle-Technik-Centern und im Quelle-Kaufhaus in Nürnberg dann noch übrig sei, werde an andere Firmen veräußert, sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters, Thomas Schulz.
Fürth - Bei Quelle gehen am Samstag endgültig die Lichter aus. «Das ist definitiv der letzte Verkaufstag», sagte die Betriebsratsvorsitzende Beate Ulonska der Nachrichtenagentur DAPD. Was nach Ladenschluss in den bundesweit 60 Quelle-Technik-Centern und im Quelle-Kaufhaus in Nürnberg dann noch übrig sei, werde an andere Firmen veräußert, sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters, Thomas Schulz. Der Verkauf im Internet ist bereits seit 1. Dezember eingestellt.
Das traditionsreiche Fürther Versandhaus hatte im Juni Insolvenz angemeldet und wird nach vergeblicher Investorensuche seit Oktober abgewickelt. Von den rund 4.000 Quelle-Mitarbeitern sind bundesweit momentan noch etwa 800 beschäftigt - bis Weihnachten werden 550 von ihnen entlassen.
«Etwa 250 Mitarbeiter, davon 50 im Außendienst, werden in Nürnberg und Fürth noch für die Abwicklung benötigt», sagte der stellvertretende Betriebsratschef Horst Rieger. Für sie sei spätestens Ende Februar Schluss, ebenso wie für den Betriebsrat. «Wir kümmern uns noch um die Sozialpläne und regeln Vergütungsansprüche der Mitarbeiter», erklärte Ulonska.
Im Lager in Leipzig sei derzeit noch ein Warenbestand im Wert von rund 50 Millionen Euro vorhanden, sagte Schulz. Die Palette der unverkauften Produkte reiche von Unterwäsche über Elektrogeräte bis zur Couch. Diese Artikel sollen nun bis spätestens Ende Januar an Geschäftskunden verkauft werden. Mögliche Abnehmer seien Otto oder Neckermann, es gebe aber auch Interessenten aus dem europäischen Ausland, sagte Schulz.
In Leipzig seien 800 Mitarbeiter der Dachgesellschaft Primondo bis auf weiteres damit beschäftigt, noch offene Bestellungen abzuwickeln und Rücksendungen entgegenzunehmen. «Im Moment werden noch immer jeden Tag 20.000 bis 25.000 Pakete und Päckchen aus Leipzig verschickt», erklärte Schulz. Außerdem bereite Leipzig die Übergabe des Russland-Geschäfts an Otto vor, das sich der Hamburger Versandhändler im November gesichert hatte. Der Konkurrent übernimmt auch die Rechte an den Marken «Quelle» und «Privileg».
Am Freitag verkündete der Insolvenzverwalter die Fortführung des Quelle-Kundendienstes Profectis mit 620 Stellen. Neuer Besitzer ist der bayerische Service-Dienstleister RTS Elektronik Systeme in Wolnzach. Küchen-Quelle mit 150 Arbeitsplätzen wird von einer fränkischen Investorengruppe übernommen werden.
Für die Region Nürnberg bedeutete das Aus von Quelle nach dem Ende von Grundig und AEG einen weiteren schweren Schlag. Fürths Oberbürgermeister Thomas Jung sagte, es werde Jahre dauern, bis die Folgen dieses Orkans verarbeitet seien. (© AP)




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