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19. Dezember 2009

An Feiertagen Fröhlichkeit nicht erzwingen



Frankfurt/Main - Der Druck, fröhlich sein zu müssen, kann während der Weihnachtsfeiertage erst recht zu Traurigkeit und depressiven Verstimmungen führen. «Je höher unsere Erwartungen sind, desto unwahrscheinlicher ist es, dass wir tatsächlich zufrieden sein werden», sagt die Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater, Christa Roth-Sackenheim: «Aus diesem Grund sollte man die Feiertage nicht idealisieren und sich nicht selbst unter Druck setzen, um alles richtig zu machen und die anderen nicht zu enttäuschen.»

Zudem sei es wichtig, die Menschen, mit denen man die Feiertage verbringe, so zu akzeptieren, wie sie seien. Oftmals sorge das Erzählen von Geschichten für eine entspannte Atmosphäre. «Über gute Zeiten und gemeinsame Erinnerungen zu sprechen, verstärkt das Gemeinschaftsgefühl, auch wenn bestimmte Erinnerungen Melancholie auslösen können», erklärt die Psychiaterin. «Insbesondere bei schwelenden Konflikten in der Familie sei es wichtig, dass man zunächst einseitig auf andere zugehe, auch wenn man nicht sofort mit einem Entgegenkommen des Anderen rechnen könne.

«Für Menschen, die keine Familie haben oder keine Möglichkeit haben, ihre Familie an den Feiertagen zu sehen, ist es meist besser, nicht allein zu Hause zu sitzen, sondern über Möglichkeiten nachzudenken, wie sie sich in Gesellschaft begeben können», empfiehlt Roth-Sackenheim.

In sozialen Einrichtungen wie Obdachlosenheimen oder Altenheimen bestehe über die Feiertage immer ein Bedarf an Personen, die mit den Menschen dort Zeit verbringen könnten. «Kontakte zu anderen Menschen zu knüpfen, ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für innere Zufriedenheit. Man sollte sich dabei vor Augen halten, dass Familie immer die Menschen sind, die man zu 'seiner Familie' macht», erklärt die Expertin.





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