Wirtschaftskrise wird Arbeitsmarkt bis 2013 belasten
veröffentlicht am 18.12.2009

© Bundesagentur für Arbeit
Die Wirtschaftskrise wird den Arbeitsmarkt trotz der Konjunkturerholung wohl noch auf Jahre im Griff halten. Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sagte dem Nachrichtenmagazin «Focus», es werde bis 2013 dauern, bis die Folgen überwunden seien. «Die Wirtschaft springt zwar vorher wieder an.
München - Die Wirtschaftskrise wird den Arbeitsmarkt trotz der Konjunkturerholung wohl noch auf Jahre im Griff halten. Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sagte dem Nachrichtenmagazin «Focus», es werde bis 2013 dauern, bis die Folgen überwunden seien. «Die Wirtschaft springt zwar vorher wieder an. Wenn aber der Aufschwung kommt, wird erst einmal nicht eingestellt».
Zunächst werde die Kurzarbeit zurückgefahren, Arbeitszeitkonten würden wieder aufgefüllt. «Deshalb bleibt die Lage auf dem Arbeitsmarkt kritisch, selbst wenn der Aufschwung 2010 und 2011 stärker ausfällt als heute erhofft.» Für das kommende Jahr bekräftigte Weise die Prognose, wonach die BA im Schnitt mit 4,1 Millionen Arbeitslosen rechnet, 600.000 mehr als dieses Jahr. «2011 wird die Arbeitslosigkeit dann wohl nicht mehr steigen, aber auch nur ganz langsam zurückgehen», sagte der BA-Chef voraus. Auch für 2012 gebe es die «düstere Einschätzung», dass es bei rund vier Millionen Erwerbslosen bleiben könnte.
Weise warnte davor, die Krise am Arbeitsmarkt schon für überwunden zu halten: «Die Krise ist noch lange nicht vorbei, auch wenn manche so tun. Doch nichts wird wieder so werden wie vorher». Man habe es mit Strukturveränderungen zu tun, die sich noch lange auswirken würden. Es werde Branchen und Regionen geben, «die drei bis fünf Jahre lang nicht mehr auf ihr ursprüngliches Niveau aus den Jahren 2006 und 2007 kommen werden. Das gilt für den Automobilbau und seine Zulieferer, aber auch für den Maschinen- und Anlagenbau».
Wenn aus Kurzarbeitern Arbeitslose würden, werde das Einfluss auf das Konsumklima haben. «Dann sind auch Branchen wie der Handel betroffen.» Weise sagte zu, die Effizienz seiner wieder auf Staatszuschüsse angewiesenen Behörde noch steigern zu wollen. Auch die Dauer der Arbeitslosigkeit lasse sich noch verkürzen, «mit Hilfe und mit Strenge. Alles in allem würde ich sagen, wir könnten in den nächsten drei bis fünf Jahren noch um die 20 Prozent effizienter werden. Das hängt natürlich auch von der Wirtschaftslage ab.»
Unterdessen berichtet der «Spiegel», bislang habe sich kein Verdacht auf Missbrauch bei Kurzarbeit bestätigt. «Missbrauch ist kein Thema für uns», sagte Christian Rauch, der für Kurzarbeit zuständige Geschäftsführer bei der Bundesagentur für Arbeit, dem Nachrichtenmagazin. Demnach liegen der Nürnberger Behörde fast 600 Verdachtsfälle vor. Es seien Fälle, bei denen Staatsanwaltschaften, Zoll und BA Tricksereien vermutet hätten, etwa Fälschung der Arbeitszeiten, der Absatzzahlen oder beim Materialeinkauf. Mittlerweile sind dem Bericht zufolge 70 dieser Verdachtsfälle aufgeklärt. Bei keinem habe sich die meist anonym erhobene Anschuldigung bestätigt. (© AP)




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