Europas Aktien am Mittag etwas fester
veröffentlicht am 18.12.2009

Die Kurse der europäischen Aktien zeigen sich am Freitagmittag etwas fester. Der Dow Jones Euro-Stoxx-50 steigt gegen 12.47 Uhr um 0,3% oder 10 auf 2.902 Punkte. Damit notiert der Index nur knapp unter dem Tageshoch von 2.921 Punkten und nur noch knapp zwei Prozent unter dem Jahreshoch von 2.962 Punkten.
Frankfurt - Die Kurse der europäischen Aktien zeigen sich am Freitagmittag etwas fester. Der Dow Jones Euro-Stoxx-50 steigt gegen 12.47 Uhr um 0,3% oder 10 auf 2.902 Punkte. Damit notiert der Index nur knapp unter dem Tageshoch von 2.921 Punkten und nur noch knapp zwei Prozent unter dem Jahreshoch von 2.962 Punkten. Der Stoxx-50 legt um 0,7% oder 18 auf 2.526 Punkte zu.
Händler zeigen sich überrascht, denn die Kurse haben sich damit von den schwachen Vorlagen aus den USA und aus Asien gelöst. Sie verweisen darauf, dass an vielen europäischen Märkten und auch in den genannten europäischen Indizes Futures und Optionen verfallen. Große Anleger verlängerten offensichtlich Absicherungspositionen nicht, sondern ließen sie auslaufen, heißt es mit Blick auf Positionen, mit denen sich Anleger gegen fallende Kurse absichern. Wenn solche Positionen nicht verlängert werden, treibt das die Kurse an.
Daneben setzen offensichtlich weitere Anleger auf eine Jahresendrally, die Zeit vor dem Jahreswechsel gilt statistisch als eine der besten Börsenphasen des Jahres. Außerdem ist der ifo-Geschäftsklima-Index in Deutschland etwas stärker gestiegen als erwartet, auch das stützt die Stimmung. Er stieg auf 94,7 von 93,9, erwartet worden war ein Anstieg auf 94,5.
Aus charttechnischer Sicht liegt bei 2.962 Punkten der Widerstand, der den Weg Richtung 3.000 Punkte versperrt. Eine erste Unterstützung sehen Marktteilnehmer bei 2.834 Punkten.
Technologiewerte fest
Deutlich im Plus liegen Technologiewerte, deren Sektorindex im Stoxx um 1,2% steigt. Händler verweisen auf die am Donnerstag nachbörslich vorgelegten und überraschend gut ausgefallenen Quartalszahlen von Oracle und dem BlackBerry-Hersteller Research in Motion. "Oracle hat im Conference Call nach den Zahlen faktisch die Trendwende für die gesamte Software-Industrie ausgerufen", heißt es im Handel. Nach der Schlussglocke legten die Aktien des SAP-Konkurrenten um 4% zu.
Das Ergebnis von Oracle bestätige die These, dass die IT-Anbieter inmitten der Rezession so etwas wie ein Tauwetter erlebt hätten, heißt es von den Analysten der Credit Suisse. Offenbar hätten die Lizenzeinnahmen für Software einen Boden gefunden und die Vertriebspipelines füllten sich wieder. SAP steigen um 1,8% auf 32,14 EUR. Nokia legen um 1,8% zu und Ericsson um 1,0%.
Noch stärker nach oben geht es mit Rohstoff-Aktien im Allgemeinen und Ölaktien im Besonderen. Beide Sektorindizes steigen um 1,5%. BP legen um 2,1% zu auf 286 p, nachdem Goldman Sachs den Titel auf die Kaufliste genommen hat.
Mit dem sich leicht zum Dollar erholenden Euro ziehen auch die Industriemetallnotierungen an der London Metal Exchange (LME) wieder an. So steigt etwa der Kupferpreis um 0,8% auf 6.921 USD pro Tonne. Im Gleichschritt erholen sich auch die Kurse der europäischen Grundstoffwerte. Die entsprechende Komponente des Stoxx-600-Index rückt bis 12.22 Uhr um 1,1% vor. BHP Billiton verteuern sich dabei um 1,9% auf 1.899 p, Rio Tinto steigen um 1,4% auf 3.178 p.
Auch die lange vernachlässigten Pharmaaktien kommen ins Laufen, der Index verbessert sich um 1,4%. Sanofi-Aventis gewinnen 3,2% auf 55,13 EUR, ein Händler verweist auf das Impfstoffseminar der Franzosen am Vortag in Paris. In dessen Rahmen habe Sanofi-Aventis das Ziel ausgegeben, im kommenden Jahr einen Umsatz von 4 Mrd EUR mit Impfstoffen zu erzielen. Außerdem seien Sanofi-Aventis im Branchenvergleich nach wie vor günstig bewertet, heißt es am Markt.
Europas Finanzwerte werden dagegen vernachlässigt. Der Bankenindex des Stoxx-600-Index geht um 0,2% zurück, für das Kursbarometer der Versicherer geht es ebenfalls um 0,2% nach unten. Händler sprechen von einer anhaltend schlechten Stimmung, nachdem sich am Vortag die Hoffnungen auf längere Übergangsfristen bei der Implementierung der Baseler Eigenkapitalvorschriften nicht erfüllt hätten. ING verbilligen sich um 1,6% auf 6,87 EUR, Credit Agricole geben, zusätzlich belastet von einer Herabstufung durch Merrill Lynch, um 4,9% auf 12,27 EUR nach. (© Dow Jones)




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