Nachverhandlungen beim Airbus A400M dauern an
veröffentlicht am 17.12.2009

Die Nachverhandlungen der beteiligten Regierung an dem Militärtransporter "A400M" könnten sich einem Zeitungsbericht wohl länger hinziehen als gedacht. In einem Interview mit der französischen Zeitung "La Tribune" (Donnerstagsausgabe) bezeichnete der französische Verteidigungsminister Herve Morin die geführten Gespräche als schwierig. Die Verhandlungen würden wohl bis Ende Januar dauern, sagte er weiter.
Paris - Die Nachverhandlungen der beteiligten Regierung an dem Militärtransporter "A400M" könnten sich einem Zeitungsbericht wohl länger hinziehen als gedacht. In einem Interview mit der französischen Zeitung "La Tribune" (Donnerstagsausgabe) bezeichnete der französische Verteidigungsminister Herve Morin die geführten Gespräche als schwierig. Die Verhandlungen würden wohl bis Ende Januar dauern, sagte er weiter.
Der Airbus A400M ist ein militärisches Transportflugzeug, das von Airbus Military - einer EADS-Tochter - entwickelt wurde, um in verschiedenen europäischen Luftwaffen den veraltenden Bestand an Transportflugzeugen zu ersetzen, unter anderem die deutsch-französische Transall. An dem Projekt sind neben Deutschland und Frankreich auch Belgien, Spanien und die Türkei beteiligt.
Der A400M war am vergangenen Freitag mit jahrelanger Verspätung zu seinem knapp vierstündigen Jungfernflug im spanischen Sevilla gestartet. Einer der Gründe für die Verzögerung war, dass die Triebwerke nicht verfügbar waren.
Airbus-CEO Thomas Enders sagte am Montag im Deutschlandfunk (DLF) noch, er sei zuversichtlich, in den Nachverhandlungen bis Jahresende zu einer Lösung zu kommen. Da es bislang von den Vertragsstaaten trotz der Möglichkeit noch keine Kündigungen gegeben habe, nehme er an, dass der Transporter gebraucht werde, sagte Enders. Die Gespräche seien erforderlich, weil den Kunden für einen "viel zu niedrigen Preis" ein gutes Produkt versprochen worden sei.
Die Mehrkosten könne der Konzern aber nicht allein tragen, sagte der Manager. Im Falle einer Einstellung des Projekts müsste die Tochter des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS seinen Angaben zufolge Entwicklungskosten von rund 6 Mrd EUR zurückzahlen. Enders räumte ein, dass Airbus zu Beginn des Projekts dessen "Komplexität erheblich unterschätzt" habe. Zudem habe es zahlreiche Vorgaben der beteiligten Regierungen hinsichtlich der Zulieferer gegeben. Insgesamt mussten laut Enders "sehr viele Kundenanfragen in einem Flieger" zusammengebracht werden.
Der Grundfehler sei jedoch gewesen, zu Projektbeginn mit Blick auf den Zeitbedarf zu viel versprochen und auch bei den Finanzangaben falsch gelegen zu haben. Dennoch sei die Entwicklungszeit bis zum Erstflug mit sechseinhalb Jahren durchaus im Rahmen vergleichbarer Projekte. (© Dow Jones)




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