Viele junge Beschäftigte gehen krank zur Arbeit
veröffentlicht am 15.12.2009

Fast die Hälfte der bis zu 30-jährigen Beschäftigten schluckt Pillen, um fit für die Arbeit zu sein. Das geht aus einer am Dienstag in Berlin vorgestellten Sonderauswertung des DGB-Indexes «Gute Arbeit 2009 - Junge Beschäftigte» hervor. Insgesamt gaben 79 Prozent der Befragten an, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal trotz Krankheit arbeiten gegangen zu sein.
Berlin - Fast die Hälfte der bis zu 30-jährigen Beschäftigten schluckt Pillen, um fit für die Arbeit zu sein. Das geht aus einer am Dienstag in Berlin vorgestellten Sonderauswertung des DGB-Indexes «Gute Arbeit 2009 - Junge Beschäftigte» hervor. Insgesamt gaben 79 Prozent der Befragten an, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal trotz Krankheit arbeiten gegangen zu sein. 46 Prozent ließen sich dafür Medikamente verschreiben.
Für den bereits im Sommer präsentierten repräsentativen DGB-Index «Gute Arbeit 2009» wurden im ersten Quartal dieses Jahres 7.930 Beschäftigte befragt. Die nun vorliegende Sonderauswertung bezieht sich auf 882 Befragte im Alter von bis zu 30 Jahren.
Darüber hinaus berichten junge Beschäftigte der Studie zufolge von starken Beeinträchtigungen ihrer Gesundheit. Neben stark verbreiteten Rückenschmerzen (60 Prozent) treten bei 26 Prozent aller Befragten mindestens zweimal im Monat Schlafstörungen auf. Dabei zeigt sich den Angaben zufolge deutlich der Zusammenhang zwischen Gesundheit und Arbeitsqualität: Von Schlafstörungen berichten 45 Prozent derjenigen mit «schlechter Arbeit», aber nur fünf Prozent jener mit «guter Arbeit».
Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock forderte eine Verbesserung der nach wie vor schlechten Einkommenssituation junger Beschäftigter. «Wir halten einen Mindestlohn von zunächst 7,50 Euro für einen Teil der politisch notwendigen Antworten auf die prekäre Situation nicht nur junger Beschäftigter», sagte Sehrbrock. Unter dem Mindestlohn dürfe es nichts geben. Alles andere sei eine Einladung zum Lohndumping an die Arbeitgeber. (© AP)




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