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14. Dezember 2009

Schlechte Noten für medizinische Behandlung von Senioren



Bochum - Die Behandlung älterer Menschen mit Medikamenten weist in Deutschland einer Studie der Ruhr-Universität Bochum zufolge besorgniserregende Mängel auf. «Die Patienten werden mit wilden Mischungen von Wirkstoffen behandelt, die sich teils in ihrer Wirkung gegenseitig aufheben und teils Wechselwirkungen hervorrufen können, über die man kaum Kenntnisse hat», fasste der Bochumer Altersmediziner Ulrich Thiem am Montag das Ergebnis der Untersuchung zusammen.

Eine Befragung von rund 2.500 Patienten über 70 Jahren ergab: Im Durchschnitt nahm jeder Befragte regelmäßig sechs verschiedene Medikamente. Je älter der Patient war, desto höher war die Zahl der Präparate. Bei einigen Patienten waren es mehr als zehn. Zu den am häufigsten verordneten Präparaten gehörten Blutdruckmedikamente, Blutfettsenker und Diabetesarzneien.

Die Behandlung sei gut gemeint, denn viele Senioren litten an mehreren Erkrankungen. Doch sie bringe eine Fülle von Problemen mit sich, betonten die Forscher. So wirken etwa Schmerzmittel, die gegen Arthrose verordnet werden, negativ auf die Nierenfunktion. Das steigert den womöglich ohnehin erhöhten Blutdruck, der parallel mit anderen Medikamenten behandelt wird.

Um die Gefahren des gleichzeitigen Konsums so vieler Medikamente zu verringern, plädierten die Bochumer Mediziner für ein Umdenken. Da es unmöglich sei, alle Erkrankungen gleichermaßen zu behandeln, müssten die Probleme vorrangig angegangen werden, die für den Patienten besonders wichtig seien. «Ein 80-jähriger Patient mit Bluthochdruck und Arthrose wünscht sich erfahrungsgemäß zuallererst, seinen Alltag weiterhin alleine bewältigen zu können. Dafür braucht er Schmerzmittel. Ob er Bluthochdruck hat, der auf mehrere Jahre hinaus sein Schlaganfallrisiko erhöht, ist ihm nicht so wichtig», erklärte Thiem.  weiterlesen >>


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