Dubai-Hilfe sorgt für Zuversicht an Europas Börsen
veröffentlicht am 14.12.2009

Freundlich zeigen sich die europäischen Aktienmärkte zum Wochenstart. Mit Rückenwind aus Abu Dhabi und Dubai erholen sich die Märkte auf ganzer Linie. Der Euro-Stoxx-50 steigt gegen 12.16 Uhr um 0,7% bzw 21 auf 2.883 Punkte, der Stoxx-50 legt um 0,7% bzw 16 auf 2.500 Punkte zu.
Frankfurt - Freundlich zeigen sich die europäischen Aktienmärkte zum Wochenstart. Mit Rückenwind aus Abu Dhabi und Dubai erholen sich die Märkte auf ganzer Linie. Der Euro-Stoxx-50 steigt gegen 12.16 Uhr um 0,7% bzw 21 auf 2.883 Punkte, der Stoxx-50 legt um 0,7% bzw 16 auf 2.500 Punkte zu.
Abu Dhabi gibt seinem Nachbarn Dubai eine Finanzspritze von 10 Mrd USD, wie am Morgen bekannt wurde. Davon sollen 4,1 Mrd USD in die Rückzahlung eines islamischen Bond fließen, der am Montag fällig wird. Der Rest der Mittel soll für den Immobilienkonzern Dubai World eingesetzt werden.
"Damit sind die Sorgen vor einer unmittelbar bevorstehenden Zahlungskrise deutlich zurückgegangen und die Risikofreude wieder gestiegen", sagt ein Händler. Gesucht sind daher die konjunktursensitiven Titel wie Auto- und Grundstoffproduzenten. Pharmawerte laufen dem Markt hinterher.
In Japan fiel das wichtigste Wirtschaftsbarometer, der Tankan-Index, etwas besser als erwartet aus. Ansonsten sind kursbewegende Nachrichten Mangelware. "Man wird sich also frühzeitig auf den großen Verfall am Freitag konzentrieren", sagt ein Händler. Daneben blickt der Markt auf die Aussagen der Sitzung der US-Notenbank am Mittwoch. Sollte die Fed nach den starken Konjunkturdaten vom Freitag "die Tonart verschärfen", könnte das den Markt belasten. Sollte die Notenbank bei der Ankündigung einer "extended period" für sehr niedrige Zinsen bleiben, könnten die Märkte dagegen nach oben streben. Technische Analysten sehen den Euro-Stoxx-50 bei 2.750 Punkten gut unterstützt.
Die als mit hohen Risiken behaftet geltenden Banken und Versicherer zählen zu den Kursgewinnern an den europäischen Börsen. Der Index der Banken steigt um 1,3%, der Index der Versicherer um 1,1%. Die Unterstützung Abu Dhabis für Dubai sorgt für etwas Entspannung mit Blick auf Finanzwerte. "Die Welt scheint wieder ein sichererer Ort zu sein - was dem Euro hilft", merkt die Commerzbank in einem Marktkommentar an.
"Als die Nachricht (...) heute Morgen über die Bildschirme lief, sind die asiatischen Aktien sofort angezogen und der S&P-500-Future hat innerhalb weniger Minuten 1% hinzugewonnen", merkt die UniCredit an. Vor allem britische Banken profitieren davon. Unter anderem steigen HSBC um 2,2%, Barclays um 1,7% und Deutsche Bank um 1,5%. Gegen den Markt verlieren Lloyds 1,5%. Hier drücke allerdings der Sondereffekt der laufenden Kapitalerhöhung, heißt es im Handel.
Gesucht sind auch die zyklischen Branchen, allen voran Auto- und Minenwerte. Der Index der Auto-Titel steigt um 1,1%, die Basic Resources mit den Minen- und Stahl-Werten legen um 1,3% zu. Bei den Autos führen Daimler mit 2% auf 35,85 EUR die Gewinnerliste an. Händler verweisen auf die Entspannung der Dubai-Krise mit der finanziellen Unterstützung durch Abu Dhabi. Abu Dhabi ist der größte Anteilseigner bei Daimler. "Der arabische Raum ist ein wichtiger Absatzmarkt für Daimler, davon profitiert der Kurs", sagt ein Händler. Bei den Minen liegen XStrata mit 2,5% auf 1073 p vorn.
Airlines profitieren nicht wie erwartet von den Kursgewinnen der US-Pendants. Air France-KLM legen um 1,3% zu, British Airways verlieren dagegen 0,3%. Lufthansa bleiben mit einem Plus von 0,3% ebenfalls etwas zurück. Titel wie US Airways hatten am Freitag bis zu 10,5% fester geschlossen. Am japanischen Aktienmarkt sorgte der Abschluss eines "Open-Sky"-Vertrags mit den USA für Kursgewinne von Japan Airlines und All Nippon Airways. "Alle Faktoren sprechen nicht für die europäischen Branchenmitglieder", sagt ein Händler. Allerdings werde die Airline-Branche als stark zyklischer Sektor weiter als Profiteur der erwarteten konjunkturellen Erholung gesehen.
Kaum verändert bei 141,6 p notieren Vodafone. Der Titel reagiert damit nicht auf die Aufnahme in den Nasdaq-100-Index. Da der Index kapitalgewichtet sei, habe der Markt die Vodafone-Aufnahme längst vorausberechnet, heißt es im Handel.
DJG/mod/bek/reh (© Dow Jones)




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