Tuvalu scheitert mit dringlichem Klimaschutz-Appell
veröffentlicht am 10.12.2009

Auf der Weltklimakonferenz in Kopenhagen ist der pazifische Inselstaat Tuvala mit einem Antrag gescheitert, die globale Erwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Die Industriestaaten haben sich auf einen Anstieg von zwei Grad Celsius verständigt, bezogen auf die Messwerte vor der Industrialisierung.
Kopenhagen - Auf der Weltklimakonferenz in Kopenhagen ist der pazifische Inselstaat Tuvala mit einem Antrag gescheitert, die globale Erwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Die Industriestaaten haben sich auf einen Anstieg von zwei Grad Celsius verständigt, bezogen auf die Messwerte vor der Industrialisierung.
«Das ist eine Sache des Überlebens», sagte der Delegierte von Tuvalu, Ian Fry, im Namen anderer Inselgruppen, die bei einer weiteren globalen Erwärmung von Überflutung bedroht sind. «Wir haben keine Zeit mehr für eine weitere Verschleppung», sagte Fry.
Der Antrag von Tuvalu wurde unter anderem von Grenada und den Solomonen unterstützt. Das ölreiche Saudiarabien stellte sich jedoch entschieden dagegen, ebenso die aufstrebenden Wirtschaftsmächte China und Indien. Die Delegationen aus den reichen Industriestaaten meldeten sich nicht zu Wort.
Die dänische Konferenzleiterin Connie Hedegaard sagte daraufhin, ihre Entscheidung zum Antrag von Tuvalu sei «sehr schwer und zugleich sehr einfach». Da eine Annahme die Zustimmung aller Konferenzteilnehmer erfordert hätte, lehnte Hedegaard es ab, den Antrag zur weiteren Behandlung an eine «Kontaktgruppe» weiterzuleiten.
Am Mittwochabend drängten daraufhin mehrere hundert junge Klimaschutzaktivisten aus aller Welt in die Eingangshalle des Konferenzgebäudes und riefen in Sprechchören «Tuvalu» und «Hört auf die Inseln!» Auch die Umweltorganisation Greenpeace protestierte gegen die Ablehnung des Antrags von Tuvalu. (© AP)




Klima-Kompromisse auf niedrigem Niveau
Weltklima: "Cancún Agreement" steht

