Home  >  Politik  >  Welt

Ende des Botschaftsdramas in Honduras in Sicht

veröffentlicht am 10.12.2009


Nach fast drei Monaten zeichnet sich in Honduras ein Ende des politischen Dramas um den gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya ab, der bisher in der brasilianischen Botschaft ausharrte. Der frühere Staatschef hat sich unter bestimmten Bedingungen zur Ausreise nach Mexiko bereiterklärt. Die mexikanische Regierung reichte beim Außenministerium in Tegucigalpa für Zelaya einen Antrag auf Ausreise mit freiem Geleit ein.

 

Kommentare: 0

 

Tegucigalpa - Nach fast drei Monaten zeichnet sich in Honduras ein Ende des politischen Dramas um den gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya ab, der bisher in der brasilianischen Botschaft ausharrte. Der frühere Staatschef hat sich unter bestimmten Bedingungen zur Ausreise nach Mexiko bereiterklärt. Die mexikanische Regierung reichte beim Außenministerium in Tegucigalpa für Zelaya einen Antrag auf Ausreise mit freiem Geleit ein.


Er habe mit dem mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón telefoniert, sagte Zelaya am Mittwoch dem Sender Radio Globo. Er wolle einen Status, der ihm die Fortsetzung seiner politischen Arbeit im Ausland erlaube. Zelaya betonte, er wolle keinesfalls Asyl als politisch Verfolgter, sondern einen Status als «angesehener Gast». Aus dem Ausland wolle er dann Gespräche mit dem neugewählten Präsidenten aufnehmen, um eine friedliche Lösung für die Krise des Landes zu finden.


Die Interimsregierung jedoch will die möglichen politischen Aktivitäten Zelayas im Ausland beschneiden. «Honduras wird Zelaya für die Ausreise nur als politischer Flüchtling freies Geleit gewähren, nichts anderes», sagte Außenminister Carlos Lopez. Ein Vertreter der mexikanischen Regierung bestätigte, dass der Status Zelayas noch strittig sei und vor einer Ausreise geklärt werden müsse.


Zelaya wurde am 28. Juni von Soldaten entmachtet und nach Costa Rica abgeschoben. Am 21. September kehrte er heimlich nach Honduras zurück und suchte Zuflucht in der brasilianischen Botschaft. Eine Interimsregierung unter Roberto Micheletti drohte ihm wegen Verrats und Machtmissbrauchs mit Verhaftung.


Trotz internationaler Unterstützung scheiterte Zelaya mit dem Versuch, seine Wiedereinsetzung im Präsidentenpalast zu erreichen. Zuletzt stimmte das Parlament mit großer Mehrheit gegen ein entsprechendes Abkommen, das mit internationaler Vermittlung vereinbart worden war. Inzwischen wurde der konservative Geschäftsmann Porfirio Lobo zum Präsidenten gewählt, er soll am 27. Januar sein Amt antreten. Er hat sich für eine Amnestie für Zelaya und die am Putsch beteiligten Personen ausgesprochen.  (© AP)


Schlagwörter

Manuel ZelayaPutsch

Schreiben Sie ein Kommentar! 

Kommentar zum Thema "Ende des Botschaftsdramas in Honduras in Sicht"

  Max. 25 Zeichen
 
 
 
  Sicherheitscode

Nur Kleinbuchstaben und Zahlen

 
 

 

Twitter