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08. Dezember 2009

Britischer Geheimdienst wusste vor Krieg um Abbau irakischer Waffen



London - Der britische Geheimdienst ging kurz vor Beginn des Irak-Kriegs nicht mehr davon aus, dass Saddam Hussein über einsatzbereite Massenvernichtungswaffen verfügte. Am 7. März, 13 Tage vor dem US-geführten Angriff auf Bagdad, gab es einen entsprechenden Bericht, sagte der damalige Chef des Geheimdienstausschusses, John Scarlett, am Dienstag vor einem britischen Untersuchungsausschuss.

In dem Bericht hieß es: «Der Irak hat keine Raketen, die Israel erreichen, oder die biologische Waffen transportieren könnten.» Die irakische Staatsführung habe den Abbau der sogenannten Al-Hussein-Raketen angeordnet, um ihrer Entdeckung durch die UN-Inspekteure zuvorzukommen. Allerdings sei man davon ausgegangen, dass die Waffen womöglich rasch wieder hätten zusammengebaut werden können.

In einem weiteren Bericht wenige Tage später sei festgehalten worden, dass auch alle chemischen Waffen abgebaut worden seien, sagte Scarlett. Eine Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen gehörte zu den vorrangigsten Begründungen von Ex-US-Präsident George W. Bush für den Krieg.

Die britische Untersuchung ist die bislang umfassendste zur Vorgeschichte des Krieges, in dem auch 179 britische Soldaten getötet wurden. Neben Diplomaten, Top-Militärs und Geheimdienstlern soll auch Blair selbst angehört werden.


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