Anderssein für Künstler existenziell
veröffentlicht am 08.12.2009

Künstler brauchen nach Ansicht von Maler und Bildhauer Georg Baselitz vor allem Freiheit. «Das 'Nichterzogene', 'Nichtgelernte', das Anderssein ist existenziell», sagte er dem Magazin «Elle Decoration». «Haare abscheren, Haare lang wachsen lassen, Hosen zu kurz - alles ganz wichtig», schilderte er seine Erfahrungen.
München - Künstler brauchen nach Ansicht von Maler und Bildhauer Georg Baselitz vor allem Freiheit. «Das 'Nichterzogene', 'Nichtgelernte', das Anderssein ist existenziell», sagte er dem Magazin «Elle Decoration». «Haare abscheren, Haare lang wachsen lassen, Hosen zu kurz - alles ganz wichtig», schilderte er seine Erfahrungen. «Damals in Berlin hatte man das Gefühl, Bildermalen war gar nicht mehr nötig, einen Künstler dazustellen war wichtig.»
Eine Ausstellung amerikanischer Künstler in Berlin, darunter Jackson Pollock und Willem de Kooning, habe er als Wendepunkt in seinem Leben erlebt, sagte Baselitz. Als er diese Bilder gesehen habe, habe er gedacht: «Das gibt's ja alles schon, dann kann ich jetzt noch mal von vorne anfangen.»
Baselitz sieht Enthusiasmus als Voraussetzung für den Erfolg von Künstlern. «Talent ist gar keines nötig», meinte der 71-Jährige. «Was nötig ist, ist die absolute Begeisterung für Bilder. Und Abstraktionsfähigkeit», erklärte er. «Wenn Sie es nicht schaffen, etwas aus Ihrem Kopf in Form von Linien aufs Papier zu bringen, dann können Sie es aufgeben.» (© AP)





