Iran will Uran noch höher anreichern
veröffentlicht am 03.12.2009

Der Iran will seine Urananreicherung nach Worten von Präsident Mahmud Ahmadinedschad auf ein neues Niveau anheben. Künftig solle Uran trotz internationaler Proteste auf 20 Prozent angereichert werden. Der Iran werde alle für das Atomprogramm nötigen Komponenten selbst produzieren, sagte Ahmadinedschad am Mittwoch in der südlichen Stadt Isfahan.
Teheran - Der Iran will seine Urananreicherung nach Worten von Präsident Mahmud Ahmadinedschad auf ein neues Niveau anheben. Künftig solle Uran trotz internationaler Proteste auf 20 Prozent angereichert werden. Der Iran werde alle für das Atomprogramm nötigen Komponenten selbst produzieren, sagte Ahmadinedschad am Mittwoch in der südlichen Stadt Isfahan. Uran mit einem hohen Anreicherungsgrad ist ein Ausgangsstoff zum Bau von Atombomben. Bislang hat der Iran nach offiziellen Angaben noch nie Uran derart hoch angereichert.
Damit geht die Regierung in Teheran weiter auf Konfrontationskurs zum Westen. Ahmadinedschad zeigte sich in Isfahan angesichts der ins Stocken geratenen Verhandlungen mit der internationalen Gemeinschaft zum Austausch von Uran-Beständen frustriert. «Wir haben ihnen gesagt, 'gebt uns den auf 20 Prozent angereicherten Brennstoff'.» Doch dann habe der Westen damit begonnen, Bedingungen zu stellen. Wenn der Westen das angereicherte Uran nicht zur Verfügung stellen wolle, «dann gut und auf Wiedersehen», sagte Ahmadinedschad in einer Rede vor Tausenden Anhängern.
Bei den jüngsten Verhandlungen geht es darum, das im Iran niedrig angereicherte Uran außer Landes zu bringen, um es Teheran später angereichert für den Betrieb eines Forschungsreaktors zur Verfügung zu stellen. Die sechs verhandlungsführenden Länder - die fünf Veto-Mächte des UN-Sicherheitsrats und Deutschland - wollen damit ein mögliches Programm zum Bau von Atomwaffen durchkreuzen und gleichzeitig das iranische Recht der zivilen Nutzung der Nukleartechnologie respektieren. Teheran dementiert die Entwicklung von Atomwaffen.
Ahmadinedschad kündigte bereits am Sonntag an, das Atomprogramm und die Urananreicherung um ein Vielfaches ausbauen zu wollen. Internationale Beobachter bezweifeln jedoch, dass der Iran dazu technisch imstande ist. Iran verfügt derzeit über eine funktionierende Anlage zur Urananreicherung in Natans, die bislang rund 1.500 Kilogramm niedrig angereichertes Uran (3,5 Prozent) produziert hat. Der Forschungsreaktor in Teheran braucht jedoch auf 20 Prozent angereichertes Material. Die kritische Schwelle zu Verwendung von Uran in Atomsprengköpfen liegt bei 90 Prozent.
Am Dienstagabend drohte Ahmadinedschad zudem damit, die Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) einzuschränken. In einem Fernsehinterview sagte er, nach der jüngsten Resolution der IAEA seien «die freundschaftlichen Beziehungen zu der Behörde vorbei». Teheran werde mit der IAEA in dem Umfang kooperieren, wie diese dafür einen Ausgleich anbiete. Internationalem Recht zufolge könne der Iran deren Inspektoren den Zugang zu seiner Technologie verwehren, erklärte Ahmadinedschad. Die IAEA hatte Teheran am Freitag in einer Resolution aufgefordert, alle Arbeiten an einer neuen Urananlage bei Kom einzustellen. (© AP)




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