Sorgerecht entzogen: Mutter verweigerte Ex-Mann Umgangsrecht mit Sohn
München - Weil sie dem geschiedenen Partner den Umgang mit dem gemeinsamen Kind ohne triftigen Grund verweigerte, hat das Amtsgericht München einer Mutter das Sorgerecht entzogen. Nach dem Scheitern mehrerer Vermittlungsversuche wurde das Sorgerecht noch im Verhandlungssaal dem Vater übergeben, wie das Gericht am Dienstag mitteilte. Demnach erfolgte die Trennung von Mutter und Sohn bereits am vergangenen Mittwoch. Zuvor hatten sich die Eltern das Sorgerecht geteilt.
Das Urteil ist nicht rechtskräftig, die Anwältin der Mutter hat bereits Beschwerde eingelegt. Die Richterin erklärte, die Mutter sei nicht in der Lage, ihre eigenen Probleme zurückzustellen und das Bedürfnis ihres Sohnes nach einem Kontakt zum Vater zu respektieren und zu unterstützen. Der Wechsel der Hauptbezugsperson sei vom Kind leichter zu verkraften als die fortdauernde Traumatisierung durch den Verlust einer Elternbeziehung.
Demnach konnte der Vater seinen Sohn in eineinhalb Jahren trotz mehrerer Umgangsvereinbarungen nur fünfmal sehen. Das Paar hatte sich vor zwei Jahren getrennt, das Kind blieb bei der Mutter. Verschiedene Vermittlungsversuche und auch Zwangsgeldandrohungen hätten nichts gebracht, erklärte das Gericht. Zuletzt habe die Mutter den Sohn sogar ohne Zustimmung des Vaters von seiner Schule abgemeldet.
Die Richterin holte Stellungnahmen der Umgangspflegerin, des Jugendamtes und eines Sachverständigen ein. Alle seien zu dem Ergebnis gekommen, dass überhaupt nichts gegen die Besuche des Sohnes bei seinem Vater spreche, erklärte das Gericht. Beide hätten sogar eine enge Verbindung. weiterlesen >>