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26. November 2009
Machtkampf beim ZDF: Verwaltungsrat stimmt über Chefredakteur Brender ab
In einem offenen Brief, den die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» abdruckte, heißt es weiter: «Sollte sich herausstellen, dass letztlich ein Ministerpräsident als Meinungsführer stark genug ist, um einen bestimmten Chefredakteur zu verhindern, so würde dieses einen praktischen Beleg dafür liefern, dass die zum Teil geäußerten verfassungsrechtlichen Bedenken gegenüber der Zusammensetzung des Gremiums nicht unbegründet sind.»
Der «Ministerpräsident als Meinungsführer» - das ist der CDU-Politiker Koch. Eigentlich sollte der Verwaltungsrat schon im Frühjahr entscheiden. Brenders Vertrag läuft Ende März 2010 aus, und in der Regel soll der Chefredakteur ein Jahr vorher wissen, ob er weitermachen kann. Doch Koch kritisierte schon im Februar die Arbeit Brenders, notierte «Negativentwicklungen» und «bittere Zahlen» bei der Zuschauerentwicklung der Nachrichtensendungen.
Dabei gehe es nicht um Parteipolitik, versicherte Koch der «Frankfurter Allgemeinen»: «Wenn es schon einmal eine politische Nomenklatur beim ZDF gibt, in der der Chefredakteur eher der sozialdemokratischen Seite zugeordnet wird, steht jedenfalls fest: Kein Mitglied des Verwaltungsrates, kein Christdemokrat in diesem Gremium, will diese Grundstruktur verändern. Es kann und wird nicht um parteipolitische Fragen gehen. Es geht um eine positive Entwicklung des ZDF.»
Führende ZDF-Journalisten wie Claus Kleber, Peter Frey, Marietta Slomka, Bettina Schausten, Elmar Theveßen und Maybritt Illner warnten daraufhin vor einer «gefährlichen Einmischung der politischen Parteien in die Souveränität unseres Hauses». Es wäre ein schwerwiegender Eingriff in die Rundfunkfreiheit, wenn Schächters Personalvorschlag abgelehnt werde. Die Entscheidung wurde auf die Zeit nach der Bundestagswahl verschoben - doch der Streit ebbte nicht ab. weiterlesen >>

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