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Dopingsperre bestätigt: Schwerer Schicksalsschlag für Claudia Pechstein

veröffentlicht am 25.11.2009


Der Internationale Sportsgerichtshof (CAS) bestätigte am Mittwoch eine zweijährige Sperre wegen Blutdopings gegen die Eisschnellläuferin. Damit wird die erfolgreichste deutsche Wintersportlerin nicht nur die Olympischen Winterspiele in Vancouver verpassen. Ihre gesamte Karriere droht zusammenzufallen.

 

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Lausanne - Der Internationale Sportsgerichtshof (CAS) bestätigte am Mittwoch eine zweijährige Sperre wegen Blutdopings gegen die Eisschnellläuferin. Damit wird die erfolgreichste deutsche Wintersportlerin nicht nur die Olympischen Winterspiele in Vancouver verpassen. Ihre gesamte Karriere droht zusammenzufallen. Auch um ihren Job als Polizeibeamtin muss Pechstein jetzt bangen.


Im Kampf gegen Doping könnte die CAS-Entscheidung aus Lausanne einen Wendepunkt markieren. Erstmals wurde eine Sperre nur aufgrund von Indizien, aber ohne eine positive Dopingsperre bestätigt. Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Thomas Bach, sprach von einem zukunftweisenden Sieg, weil der sogenannte «indirekte Dopingnachweis» nun bestätigt worden sei. Zahlreiche Sperren gegen verdächtige Sportler werden nun vermutlich folgen.


Für Pechstein ist die Entscheidung ein Schicksalsschlag. «Das zu akzeptieren, ist für mich unglaublich hart», erklärte die 37-jährige Berlinerin. «Ich bin nicht mehr über das Ergebnis geschockt, sehr wohl aber darüber, wie es zustande gekommen ist.» Auch wenn die CAS-Entscheidungen eigentlich letztinstanzlich und bindend sind, will die fünfmalige Olympiasiegerin nicht kapitulieren. Ihr Anwalt Simon Bergmann kündigte an, beim Schweizer Bundesgericht Berufung einzulegen.


Zum Verhängnis von Pechstein wurden verdächtige Blutwerte vom Frühjahr. Bei Proben während der Mehrkampf-Weltmeisterschaft im Februar in Norwegen wurden zwar keine verbotenen Doping-Substanzen, aber ungewöhnliche Retikulozyt-Werte festgestellt - das sind junge rote Blutkörperchen aus dem Knochenmark.


Die Internationale Eislaufunion (ISU) verhängte daraufhin Anfang Juli rückwirkend zum Februar eine zweijährige Sperre gegen Pechstein. Der CAS begründete die Bestätigung dieser Sperre, gegen die Pechstein Berufung eingelegt hatte, am Donnerstag wie folgt: Als Ursache für die Retikulozyt-Befunde der Athletin komme nur die «illegale Manipulation ihres eigenen Blutes in Betracht».


Mit insgesamt neun olympischen Medaillen, davon fünf goldenen, sowie sechs Weltmeistertiteln ist Pechstein die erfolgreichste deutsche Wintersportlerin. Erster großer Erfolg war 1994 die Goldmedaille im 5.000-Meter-Lauf in Lillehammer.


Das mutmaßliche Karriere-Aus ist für die Athletin, die sich über Jahre auch verbal packende Zweikämpfe mit ihrer deutschen Rivalin Anni Friesinger-Postma geliefert hatte, nicht hinzunehmen, zumal sie auch um ihren Beamtenstatus bei der Bundespolizei bangen muss. «Wie man mich ohne Beweise, aufgrund eines einzigen Indizes, das zudem in der Wissenschaft noch sehr umstritten ist, sperren kann, wird für mich immer unbegreiflich bleiben», erklärte sie. Ausgerechnet vor Sportgerichten gebe es offenbar keinen Platz für das im Sport oft beschworene Fairplay.


DOSB-Präsident Bach sieht Pechstein dagegen in der Eigenverantwortung. Die Enttäuschung darüber, dass eine so erfolgreiche Sportlerin wie Claudia Pechstein gedopt habe, sei besonders hoch. Er appellierte an die Sportlerin, offenzulegen, wer ihr bei der Blutmanipulation geholfen habe. «Doping mit dieser wissenschaftlichen Expertise kann von einer Sportlerin nicht ohne Hilfe von Fachleuten bewerkstelligt worden sein», betonte Bach.  (© AP)



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