Angst vor Arbeitslosigkeit nimmt zu
veröffentlicht am 25.11.2009

Die Angst vor Jobverlust und die wieder gestiegenen Energiekosten haben der Verbraucherstimmung im November zum zweiten Mal in Folge einen Dämpfer verpasst. Erneut befürchteten mehr Menschen als noch im Oktober, künftig weniger Geld zur Verfügung zu haben, erklärte der Nürnberger Marktforscher GfK am Mittwoch in seiner Konsumklimastudie. Das Weihnachtsgeschäft dürfte aber dennoch gut laufen, meinte Marktforscher Rolf Bürkl.
Nürnberg - Die Angst vor Jobverlust und die wieder gestiegenen Energiekosten haben der Verbraucherstimmung im November zum zweiten Mal in Folge einen Dämpfer verpasst. Erneut befürchteten mehr Menschen als noch im Oktober, künftig weniger Geld zur Verfügung zu haben, erklärte der Nürnberger Marktforscher GfK am Mittwoch in seiner Konsumklimastudie. Das Weihnachtsgeschäft dürfte aber dennoch gut laufen, meinte Marktforscher Rolf Bürkl.
«Die Rahmenbedingungen für eine positive Überraschung sind durchaus vorhanden», sagte er der AP. Zum einen werde das Weihnachtsgeld von den meisten Unternehmen trotz Krise in voller Höhe ausgezahlt. Zum anderen sei Sparen wegen der niedrigen Zinsen und der weiter bestehenden Skepsis gegenüber Finanzanlagen derzeit unattraktiver als der Kauf wertvoller Produkte. Davon könnten zum Beispiel Schmuckanbieter profitieren, glaubt Bürkl. «Vor allem Goldschmuck ist im Moment noch verhältnismäßig günstig zu haben», erklärt er.
Erstmals seit sieben Monaten sahen die 2.000 befragten Verbraucher die Konjunkturentwicklung wieder skeptischer. Für Dezember rechnet die GfK mit einer weiteren Verschlechterung des Konsumklimaindex von 4,0 auf 3,7 Punkte. Vor einem Jahr hatte Konsumklimaindex bei nur 1,9 Punkten gelegen.
Günstige Preise - etwa im Lebensmitteleinzelhandel - seien durch die wieder höheren Energiekosten zum Teil wettgemacht worden, sagte Bürkl. Die Verbraucher schätzten daher ihre persönlichen Einkommensaussichten wieder pessimistischer ein. Der entsprechende Index verlor 6,7 auf 6,2 Punkte.
Gleichzeitig dürfte der Einzelhandel aber im Weihnachtsgeschäft mit weiteren Rabatten locken. Schon jetzt versuchten beispielsweise Autohändler, die Kauflust der Kunden mit günstigen Angeboten aufrecht zu erhalten, sagte der Marktforscher. Entsprechend hielten trotz des Wegfalls der Abwrackprämie im November erneut mehr Menschen die Zeit für größere Anschaffungen für günstig: Der sogenannte Index der Anschaffungsneigung verbesserte sich leicht um 0,2 auf 26,3 Punkte und lag damit deutlich über dem Vorjahr (minus 6,7).
Angesichts der für 2010 prognostizierten Zunahme der Arbeitslosigkeit dürfte das kommende Jahr schwieriger werden als 2009, meinte Bürkl. «Mit einem Konsumeinbruch rechnen wir aber nicht, höchstens mit einer Stagnation», sagte er. Im laufenden Jahr soll der private Konsum noch um 0,5 Prozent wachsen und damit, laut Bürkl, die wesentliche Stütze der Konjunktur bleiben.
Negativschlagzeilen wie das Aus des Versandhauses Quelle hinterließen aber ihre Spuren in den Köpfen der Menschen, erklärte Bürkl. So sei in Bayern die Einkommenserwartung deutlicher zurückgegangen als im bundesweiten Durchschnitt. «Hier ist die Betroffenheit stärker, auch die von Zulieferbetrieben», sagte der Marktforscher. Die Ergebnisse des nächsten GfK-Konsumklimaindex werden am 22. Dezember veröffentlicht. (© AP)




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