Robbe: Wehrdienstverkürzung verhindert "Gammeldienst"
veröffentlicht am 25.11.2009

Der Wehrbeauftragte der Bundeswehr, Reinhold Robbe, erwartet von der geplanten Verkürzung des Wehrdienstes um drei auf sechs Monate eine Steigerung der Effizienz. In Interviews betonte der SPD-Politiker am Mittwoch, die Soldaten müssten motiviert und der «Gammeldienst» bei der Truppe vermieden werden.
Berlin - Der Wehrbeauftragte der Bundeswehr, Reinhold Robbe, erwartet von der geplanten Verkürzung des Wehrdienstes um drei auf sechs Monate eine Steigerung der Effizienz. In Interviews betonte der SPD-Politiker am Mittwoch, die Soldaten müssten motiviert und der «Gammeldienst» bei der Truppe vermieden werden.
Im Deutschlandradio Kultur sagte Robbe zum derzeitigen Grundwehrdienst: «Ich stelle fest, dass die ersten drei Monate durchaus geprägt sind von einer sinnstiftenden und auch ausgefüllten Zeit. Aber die restlichen sechs Monate, die sind oftmals geprägt von Gammeldienst.» Es sei notwendig, diesen Effekt in Zukunft abzustellen. Robbe plädierte dafür, die Verkürzung des Wehrdienstes für ein neues «Konstrukt» zu nutzen und gründlich zu überlegen, wie die sechs Monate gestaltet werden sollten.
Union und FDP haben die Verkürzung des Wehrdienstes in ihrem Koalitionsvertrag angekündigt. Auf heftige Kritik stieß der Plan beim Bundeswehrverband, dessen Hauptversammlung derzeit in Berlin stattfindet. Er habe große Sorgen, dass die Verkürzung zum Einstieg in den Ausstieg aus der Wehrpflicht werden könnte, sagte der Vorsitzende Ulrich Kirsch.
Dieser Sorgen traten Koalitionspolitiker allerdings entgegen. Auch Robbe schloss eine Abschaffung der Wehrpflicht aus. Sie sei aus verfassungsrechtlichen Gründen geboten, sagte er im ARD-Morgenmagazin. «Die Landesverteidigung begründet die Wehrpflicht. Das steht im Grundgesetz». (© AP)




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