Niebel will gegen Genitalverstümmelung bei Frauen vorgehen
veröffentlicht am 24.11.2009

Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen hat Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel die vor allem in Afrika verbreitete Genitalverstümmelung angeprangert. Sie verletze die Menschenrechte von Frauen und Mädchen, erklärte der FDP-Politiker am Dienstag in Berlin. «Bei Menschenrechtsverletzungen muss gelten: Keinerlei Toleranz.»
Frankfurt/Main - Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen hat Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel die vor allem in Afrika verbreitete Genitalverstümmelung angeprangert. Sie verletze die Menschenrechte von Frauen und Mädchen, erklärte der FDP-Politiker am Dienstag in Berlin. «Bei Menschenrechtsverletzungen muss gelten: Keinerlei Toleranz.»
Die Genitalverstümmelung ist laut Niebel in 28 afrikanischen, aber auch in arabischen und asiatischen Ländern tief verwurzelt. Der Eingriff verursache schwerwiegende psychologische und körperliche Verletzungen bis hin zum Tod. Sein Ministerium leiste deswegen in afrikanischen Ländern Hilfe, um das Ritual zu überwinden. «Erste Erfolge wurden bereits erzielt: In vielen Ländern steht weibliche Genitalverstümmelung mittlerweile unter Strafe.»
Die CDU-Bundestagsabgeordnete wies darauf hin, dass Deutschland bei Gewalt gegen Frauen keine Ausnahme sei. Sie verwies auf eine Studie, nach der 40 Prozent aller Frauen schon mal körperliche oder sexuelle Gewalt erleben mussten. «Solange jedoch häusliche Gewalt gegen Mädchen und Frauen von einigen als Kavaliersdelikt oder gar als Privatsache angesehen wird, wird die Politik alleine nichts ausrichten können», erklärte die Vorsitzende der Gruppe der Frauen der Unionsfraktion.
Der Aktionstag wurde von den Vereinten Nationen ausgerufen. Hintergrund ist der Mord an drei Schwestern am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik, die damals gegen das Regime aufbegehrten. 1981 wurde der Tag auf einem Treffen lateinamerikanischer und karibischer Feministinnen zum Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen ausgerufen. (© AP)




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