Verdacht des Inserhandels gegen EADS-Manager
veröffentlicht am 23.11.2009

Sieben hochrangige Manager des Luftfahrtkonzerns EADS müssen sich seit Montag wegen Insiderhandels vor der französischen Börsenaufsicht AMF verantworten. Die Führungskräfte sollen Aktien und Optionen im Wert von Millionen verkauft haben, bevor Probleme mit dem Bau des Superjumbos Airbus A380 im Jahr 2006 bekanntwurden. Ihnen droht jeweils eine Strafe von 1,5 Millionen Euro.
Paris - Sieben hochrangige Manager des Luftfahrtkonzerns EADS müssen sich seit Montag wegen Insiderhandels vor der französischen Börsenaufsicht AMF verantworten. Die Führungskräfte sollen Aktien und Optionen im Wert von Millionen verkauft haben, bevor Probleme mit dem Bau des Superjumbos Airbus A380 im Jahr 2006 bekanntwurden. Ihnen droht jeweils eine Strafe von 1,5 Millionen Euro. Außerdem müssen sie strafrechtliche Konsequenzen befürchten.
Bei den Verdächtigen handelt es sich um Manager, die für EADS arbeiteten oder immer noch im Konzern tätig sind. Der bekannteste ist der frühere EADS-Co-Chef Noël Forgeard, der bereits am Montag befragt wurde. «Ich komme gelassen hier her», sagte der frühere Manager bei seiner Ankunft. Er sei zuversichtlich, dass seine Unschuld bewiesen werde.
Die Aufsichtsbehörde ermittelt bereits seit fast drei Jahren. Hintergrund ist eine Mitteilung des Unternehmens im Juni 2006, bei der auf Probleme mit dem A380 aufmerksam gemacht wurde. Damals rauschten die Aktien um 26 Prozent in die Tiefe. Monatelang herrschten in dem europäischen Konzern chaotische Zustände. Die Ermittlungen sollen klären, was die Manager über die technischen Probleme wussten, als sie Aktien verkauften oder Optionen ausübten.
Auch der Konzern EADS selbst steht in Verdacht. Vertreter der Großaktionäre Lagardère und Daimler sollen ebenfalls befragt werden, stehen aber nicht unter Verdacht. Bei Verzögerungen des neuen Langstreckenfliegers A350 hat die AMF - auch bekannt als Börsenpolizei - nach eigenen Angaben keine Hinweise auf Insiderhandel. Der Prozess ist ähnlich einer Gerichtsverhandlung. Bereits zum Jahresende soll über Strafen entschieden werden. (© AP)




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