Parteibasis bringt Nils Schmid per Urwahl an die Spitze der BaWü-SPD
veröffentlicht am 22.11.2009

Der Finanzpolitiker Nils Schmid ist von den baden-württembergischen SPD-Mitgliedern in einer Urwahl zum neuen Parteichef bestimmt worden. Dies berichtete der Südwestrundfunk am Sonntag unter Berufung auf Parteikreise in Stuttgart. Der 36-Jährige folgt damit der scheidenden Parteivorsitzenden Ute Vogt.
Stuttgart - Der Finanzpolitiker Nils Schmid ist von den baden-württembergischen SPD-Mitgliedern in einer Urwahl zum neuen Parteichef bestimmt worden. Dies berichtete der Südwestrundfunk am Sonntag unter Berufung auf Parteikreise in Stuttgart. Der 36-Jährige folgt damit der scheidenden Parteivorsitzenden Ute Vogt. Sie hatte nach dem schlechten Abschneiden bei der Bundestagswahl im September ihr Amt zur Verfügung gestellt. Das offizielle Ergebnis der Mitgliederbefragung soll am Nachmittag auf einer Pressekonferenz verkündet werden.
Schmid muss noch formell vom Parteitag am kommenden Wochenende in Karlruhe bestätigt werden. Das Votum der Parteimitglieder gilt als Vorentscheidung. Schmid sitzt seit 1997 im Landtag und hat sich in dieser Zeit einen Ruf als Haushaltspolitiker erworben. Er wirbt für eine Öffnung der Partei, beispielsweise für Migranten. Insgesamt waren 40.000 Parteimitglieder zu der Urwahl aufgerufen.
Auf Platz zwei kam laut Südwestrundfunk die Parteilinke Hilde Mattheis und auf den dritten SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel. Schmiedel hatte Vogt bereits an der Fraktionsspitze im Stuttgarter Landtag abgelöst. Er hat in der Vergangenheit die umstrittene Agenda 2010 des früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder verteidigt, aber auch versucht, beim linken Parteiflügel für sich zu werben.
Unklar ist, ob die personelle Veränderung auch schon eine Vorentscheidung über die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl im Jahr 2011 bedeutet. Nach dem bisherigen Fahrplan will sich die SPD Baden-Württemberg erst im kommenden Jahr damit befassen. Vogt ist seit 1999 Landesvorsitzende und war bei den Landtagswahlen 2001 und 2006 als Spitzenkandidatin angetreten. Ihr Führungsstil war in der Partei nicht unumstritten. (© AP)




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