Bahn kurz vor Abschluss eines Milliarden-Auftrag
veröffentlicht am 20.11.2009

Die Deutsche Bahn steht unmittelbar vor dem Abschluss eines milliardenschweren Auftrags im Wüstenemirat Katar. Es solle ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet werden, das umfassend in die Schieneninfrastruktur in Katar investiere, sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Freitag in Heidelberg. Das Investitionsvolumen für die Bahn- und Bauindustrie belaufe sich auf insgesamt 17 Milliarden Euro.
Berlin/Heidelberg - Die Deutsche Bahn steht unmittelbar vor dem Abschluss eines milliardenschweren Auftrags im Wüstenemirat Katar. Es solle ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet werden, das umfassend in die Schieneninfrastruktur in Katar investiere, sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Freitag in Heidelberg. Das Investitionsvolumen für die Bahn- und Bauindustrie belaufe sich auf insgesamt 17 Milliarden Euro.
Ramsauer sagte, er reise am Samstag mit Bahnchef Rüdiger Grube nach Katar, wo das große Projekt am folgenden Tag besiegelt werden solle.
«Das ist beispielhaft für die Außenwirtschaft Deutschlands», sagte Ramsauer. Es gehe beispielsweise darum, dass der Flughafen Doha mit der Stadt Doha verbunden werde. Der CSU-Politiker sprach von einem «gewaltigen Milliardengeschäft» für die Deutsche Bahn.
«Handelsblatt Online» berichtete unter Berufung auf Regierungskreise in Berlin, es solle ein Schienenverkehrsnetz im Personen- und Güterverkehr aufgebaut sowie eine Fernverkehrsstrecke ins benachbarte Bahrain erstellt werden. Ziel der gemeinschaftlichen Bahngesellschaft «Qatar Railways Development Company» sei zudem der Aufbau eines Nahverkehrsnetzes in der Haupstadt Doha. Es sei das erste Schienennetz in der Größenordnung, das im arabischen Raum entstehe. Qatar Railways wird dem Bericht zufolge an der Gesellschaft 51 Prozent halten, DB International 49 Prozent.
Die Kosten für die Infrastruktur werden laut «Handelsblatt Online» zufolge mit 14 Milliarden Euro veranschlagt, die Planungskosten sollen bei 700 Millionen Euro liegen. Für insgesamt zwei Milliarden Euro wolle die Gesellschaft später Fahrzeuge kaufen. Der Betrieb des Netzes werde mit jährlich einer Milliarde Euro veranschlagt. Die Bahn erhält demzufolge einen Teil des Planungsauftrag sowie Zugang zum späteren Betreibergeschäft. Siemens könnte dem Bericht zufolge bei den Fahrzeugen zum Zuge kommen, die deutsche Bauindustrie beim Aufbau des Netzes.
Katar gilt für die DB AG als Schlüsselland für den Schienenverkehr in der arabischen Welt. Mit der Schnellverkehrsstrecke nach Bahrain bestehe für die Logistiktochter DB Schenker die Chance, auch nach Saudi-Arabien zu expandieren. Die Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke Doha-Bahrain soll bei 350 Stundenkilometern liegen.
Der Deal kommt den Angaben zufolge nach jahrelangen Verhandlungen zum Abschluss. Bereits Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte sich auf Bitten des damaligen Bahnchefs Hartmut Mehdorn in Katar eingesetzt und eine Transrapidstrecke nach Bahrain angeregt. Die Magnettechnologie wurde aber nicht weiter verfolgt. Vergangenes Jahr unterschrieben die Bahn und Katar dann eine erste Absichtserklärung für das nun besiegelte Projekt. (© AP)




Irak-Krieg: Schröder und Fischer drohten sich gegenseitig mit Rücktritt
Euro-Krise: Exkanzler Schröder kritisiert Merkels Vorgehen
Alt-Kanzler Gerhard Schröder fordert gemeinsame EU-Wirtschaftsregierung

