GM will in zwei Wochen über Schließungen entscheiden
veröffentlicht am 17.11.2009

Der Opel-Mutterkonzern General Motors will innerhalb von zwei Wochen entscheiden, welche europäischen Werke geschlossen werden. Die flämische Regierung will das drohende Aus für das belgische Opel-Werk in Antwerpen mit 500 Millionen Euro noch verhindern. Unterdessen geht in Deutschland die Diskussion um Staatshilfen für den angeschlagenen Autobauer weiter.
Berlin/Brüssel - Der Opel-Mutterkonzern General Motors will innerhalb von zwei Wochen entscheiden, welche europäischen Werke geschlossen werden. Die flämische Regierung will das drohende Aus für das belgische Opel-Werk in Antwerpen mit 500 Millionen Euro noch verhindern. Unterdessen geht in Deutschland die Diskussion um Staatshilfen für den angeschlagenen Autobauer weiter.
«Wir wissen, dass es unangenehm ist, auf eine solche Entscheidung lange warten zu müssen», sagte der neue GM-Europachef Nick Reilly am Montagabend in Brüssel. «Deshalb wollen wir die Entscheidung relativ bald treffen, in etwa zwei Wochen.» Noch sei nichts entschieden, betonte der GM-Manager: «Es gibt verschiedene Alternativen für die Umstrukturierung.» Letztendlich müsse der Konzern aber irgendwo in Europa harte Entscheidungen treffen. Ganz oder teilweise von Schließung bedroht sind die deutschen Opel-Werke in Bochum, Eisenach und Kaiserslautern.
Nach Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sprach sich auch der CDU-Wirtschaftsflügel gegen Hilfen des Bundes für die Opel-Muttergesellschaft General Motors (GM) aus. In der «Bild»-Zeitung erklärte der CDU-Mittelstandspolitiker, Michael Fuchs, es sei «nicht unbedingt Sache des deutschen Steuerzahlers, ein US-Unternehmen zu stützen.» GM habe die Pflicht, die Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern.
Der flämische Ministerpräsident Kris Peeters erklärte, das Angebot seiner Regierung, die Rettung von Opel mit bis zu 500 Millionen Euro zu unterstützen, liege weiterhin auf dem Tisch. Dem Opel-Werk in Antwerpen droht bereits im März die Schließung. Peeters erwartet, dass am 3. Dezember auf EU-Ebene über die Zukunft von Opel und Vauxhall beraten wird. Das Thema sei auf die Tagesordnung des EU-Wettbewerbsrats gesetzt worden, erklärte er. Im Wettbewerbsrat sitzen die Wirtschaftsminister der 27 EU-Staaten.
Die Opel-Mutter General Motors holt offenbar im Wettkampf mit dem Rivalen Toyota deutlich auf. Nach einer Studie des Autoexperten Stefan Bratzel, aus der am Dienstag das «Handelsblatt» zitierte, dürfte GM bis zum Jahresende nur 65 000 Fahrzeuge weniger verkaufen als die weltweite Nummer eins der Autobranche. «GM liefert ein erstaunliches Rennen, Kopf an Kopf mit Toyota», sagte Bratzel. Die Amerikaner hätten erheblich von der Hilfe der US-Regierung profitiert und unter dem Strich bilanziell 80 Milliarden US-Dollar gutgemacht. (© AP)





