Bankenverband rechnet fest mit Staatsgarantien für Kreditverbriefungen
veröffentlicht am 16.11.2009

Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) rechnet fest mit der Einführung von Staatsgarantien für Kreditverbriefungen. Dieses Thema werde derzeit in Berlin "sehr ernsthaft" geprüft, sagte BdB-Präsident Andreas Schmitz am Montag am Rande der Finance Week in Frankfurt zu Dow Jones Newswires. Die Zeichen für eine Einführung seien "mehr positiv als negativ".
Frankfurt - Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) rechnet fest mit der Einführung von Staatsgarantien für Kreditverbriefungen. Dieses Thema werde derzeit in Berlin "sehr ernsthaft" geprüft, sagte BdB-Präsident Andreas Schmitz am Montag am Rande der Finance Week in Frankfurt zu Dow Jones Newswires. Die Zeichen für eine Einführung seien "mehr positiv als negativ". In welchem Rahmen genau der Staat für die Verbriefungen garantieren will, könne er aber noch nicht sagen. "Dafür ist es zu früh", erklärte Schmitz.
Der BdB hatte jüngst in Berlin angefragt, ob der Bund bereit wäre, Garantien für Kreditverbriefungen abzugeben und auf diese Weise für mehr Sicherheit bei den Investoren zu sorgen. In einem Papier, in das Dow Jones Newswires Einsicht hatte, schlug der BdB vor: "Der Staat greift auf 75 Mrd EUR aus dem Bürgschaftsprogramm zurück und setzt diese teilweise für Verbriefungsgarantien ein." Als Abwickler soll dann die KfW fungieren. Die Förderbank wollte sich auf Anfrage zu diesem Vorschlag nicht äußern.
Mit den Staatsgarantien, aber auch mit strengeren Regeln sollen die als Mitverursacher der Subprime-Krise in Verruf geratenen Kreditverbriefungen wieder hoffähig gemacht werden und das fast zum Stillstand gekommene Geschäft ankurbeln. Der BdB setzt sich in diesem Rahmen für höhere Qualitätsstandards, mehr Einfachheit und mehr Transparenz ein. Damit soll eine Art "Premiumsegement" für Unternehmensfinanzierungen geschaffen werden, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen.
Hintergrund der Überlegungen ist die restriktive Kreditvergabe der Banken, die viele Unternehmen in finanzielle Bedrängnis bringt. Da sich deren Bonität wegen der schwachen Wirtschaft verschlechtert hat, prüfen die Banken derzeit besonders streng, bevor sie grünes Licht für einen Kredit geben. Denn sollten die Unternehmen die Kredite nicht bedienen können und es daher zu Ausfällen kommen, würde dies die Eigenkapitaldecke der Banken ausdünnen. Angesichts der zu erwartenden strengeren Vorschriften für die Eigenkapitalquote stünden die Banken damit vor ernsthaften Problemen.
Ein Ausweg aus dieser Situation wäre für die Banken, die Kredite zu verbriefen und weiterzuverkaufen. Dadurch könnten sie ihr Eigenkapital entlasten und Spielräume für die Vergabe weiterer Kredite eröffnen.
Doch nach den Verwerfungen an den Finanzmärkten wegen der Subprime-Krise sind die Investoren verunsichert und nur gegen hohe Renditen bereit, verbriefte Kredite zu kaufen. In dem Papier, das Aareal Bank, Bayerische Hypo- und Vereinsbank, Commerzbank, Deutsche Bank und die IKB Deutsche Industriebank in einer Arbeitsgruppe zusammen erstellt haben, wird nun vorgeschlagen, durch die Einführung eines Premimusegments das Vertrauen wieder zurückzugewinnen.
Um die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen, sollen die Kredite bereits vor der Verbriefung in der Bilanz des Emittenten auftauchen (Balance-Sheet-Transaktionen). "Die Verbriefung solcher Kredite grenzt sich damit klar vom Originate-to-Distribute-Ansatz ab, wonach sie einzig zum Zweck der Verbriefung vergeben wurden", heißt es in dem Papier.
Genau diese Herangehensweise hatte nämlich entscheidend zur Entstehung der Finanzkrise beigetragen: Da die Emittenten den Kredit sofort weiterverkaufen konnten, war der Druck einer sorgfältigen Prüfung entsprechend niedrig. (© Dow Jones)




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