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Richard Gere kommt auf den Hund

veröffentlicht am 10.11.2009


Pudel, Collies, Dackel und Dalmatiner sind sukzessive in Mode gekommen und wieder aus dem Straßenbild verschwunden. Mit dem am 12. November anlaufenden Melodram «Hachiko» erscheint nun mit japanischen Akita-Hunden eine neue Edelrasse auf dem Radar von Hundefreunden, die dem bisher noch angesagten Golden Retriever Konkurrenz machen dürfte.

 

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Frankfurt/Main - Pudel, Collies, Dackel und Dalmatiner sind sukzessive in Mode gekommen und wieder aus dem Straßenbild verschwunden. Mit dem am 12. November anlaufenden Melodram «Hachiko» erscheint nun mit japanischen Akita-Hunden eine neue Edelrasse auf dem Radar von Hundefreunden, die dem bisher noch angesagten Golden Retriever Konkurrenz machen dürfte. In Lasse Hallströms besinnlichem Hunde-Epos sucht sich ein Akita-Vierbeiner sein Herrchen selbst aus und hält ihm bis die Treue bis ins ewige Leben.


Und so ist es Karma, nicht Zufall, als einem Musikprofessor abends beim Heimweg auf dem Bahnsteig ein Welpe zwischen die Füße läuft. Das Tier ist aus einer beschädigten Transportkiste gefallen. Die Adresszettel sind zwar verschollen, doch der Zuschauer weiß bereits, dass der Wauwau von einem buddhistischen Mönch in einem japanischen Kloster unter feierlichen Zeremonien zur Post gebracht wurde. Zwischen Professor Parker und dem Hund herrscht Liebe auf den ersten Blick, doch der Mensch zögert eine Weile, bis er seinem Instinkt traut. Als sich kein Besitzer findet, bringt er es nicht übers Herz, den Kleinen ins Tierheim zu stecken.


Er findet heraus, dass das Tier zur uralten Rasse der Akitas gehört, die in Japan als treue Wachhunde für den Kaiserhof gezüchtet wurden. Parker nennt den Schnuffel «Hachi» nach dem japanischen Schriftzeichen für die Acht, das symbolisch für die Unendlichkeit steht, und setzt sich gegen seine Ehefrau durch, die keine Tiere will. Fortan begleitet Hachiko sein Herrchen morgens zum Zug und wartet um Punkt fünf Uhr abends auf seine Rückkehr. Das kluge Tier wird ebenso Teil von Parkers Familie wie von der Bahnhofs-»Familie» aus Pendlern, Würstchen- und Fahrkartenverkäufern. Doch eines Tages kommt Parker nicht zurück. Hachiko wartet und wartet


Sinnbild für bedingungslose Hingabe und Treue, ist «Chuken Hachiko» eine der meistgeliebten Gestalten der japanischen Folklore und eroberte mit dem Kinderbuch «Hachiko waits» auch die USA. Regisseur Lasse Hallström (»Chocolat») inszeniert die ungemein rührende Geschichte, deren Schluss hier nicht verraten werden soll, in seiner gewohnt unprätentiösen, geschmackvoll schnulzigen Manier. Der Vorort ist so idyllisch und tierlieb, als gäb's keine Bosheit auf der Welt; in Parkers wohltemperierter Ehe fällt kein böses Wort gegen den Neuzugang. Nach anfänglicher Eifersucht akzeptiert Ehefrau Cate, dass der Hund im Herz ihres Gatten den ersten Platz einnimmt.


Tatsächlich bilden Silberlocke Richard Gere und der cremeweiße Hund das schönere Paar. Der buddhistisch gewiefte Gere, Koproduzent des Films, lässt sich als alternder Professor vom tierischen Kollegen gerne an die Wand spielen, ist Hachiko doch dazu bestimmt, Parkers lebendes Denkmal zu werden. Anders als der kläffende, ungezogene Golden Retriever im turbulenten Hunde-Familienfilm «Marley & Ich» ist Hachiko ein eigenbrötlerischer Geselle mit aristokratisch anmutender Contenance, der sich nie dazu herablässt, Schuhe zu zerbeißen oder sich gar hechelnd an Tisch- und Menschenbeine zu hängen.


Überdies wird dieses ruhige, leicht esoterische Melodram auch aus schwarz-weißer Hundeperspektive erzählt. So ist Hachiko kein Kuscheltier, sondern ein Mysterium, Symbol für das Vergehen der Zeit und treuer Schatten, in dem sein Herrchen weiterlebt. Und spätestens wenn das Tier bewegungslos im Schneetreiben wartet, werden selbst bei Hundehassern die Tränen fließen. Der kleine Film ist der perfekte Einstieg in romantische Herbstmelancholie - und wer bei so viel Gefühligkeit die Krise kriegt, sollte wissen, dass «Hachiko» auf einer wahren Geschichte aus den 1920er Jahren beruht: Hingehen, heulen!  (© AP)


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