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Michael Bublé vertont auf "Crazy Love" auch seinen eigenen Liebeskummer

veröffentlicht am 17.10.2009


Nein, eine gescheiterte Beziehung wird einen Michael Bublé nicht aus der Bahn werfen. Der swingende Frauenschwarm aus Kanada mag in den letzten Jahren in Liebesdingen die eine und andere Enttäuschung erlebt haben, musikalisch machen den 34-jährigen Sänger derlei Erfahrungen nur interessanter. «Ich habe ein paar tumultartige Jahre hinter mir und habe die Gelegenheit ergriffen, diese Dinge in das Album einfließen zu lassen», erklärt Bublé im Interview.

 

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Frankfurt/Main - Nein, eine gescheiterte Beziehung wird einen Michael Bublé nicht aus der Bahn werfen. Der swingende Frauenschwarm aus Kanada mag in den letzten Jahren in Liebesdingen die eine und andere Enttäuschung erlebt haben, musikalisch machen den 34-jährigen Sänger derlei Erfahrungen nur interessanter. «Ich habe ein paar tumultartige Jahre hinter mir und habe die Gelegenheit ergriffen, diese Dinge in das Album einfließen zu lassen», erklärt Bublé im Interview. «All diese emotionalen Dinge zu nehmen und in der Lage zu sein, ehrlich zu singen. Ich wollte nicht unbedingt, dass es besser klingt; ich wollte, dass es sich gut anfühlt, dass es Herz und Seele hat.»


Wer auf seinem vierten Album seinen zweiten Klassiker von Van Morrisons Meilenstein «Moondance» (der Titelsong war 2003 auf Bublés Debütalbum) aufnimmt und es auch noch danach benennt, der hat schon Mut. Bublé schafft es, dem von Van Morrison unglaublich intensiv vorgetragenen «Crazy Love» eine eigene Perspektive abzugewinnen, daneben zu bestehen. «Ich erwarte nicht, es besser als Van Morrison zu singen. Ich erwarte, es anders zu singen. Und dann nehme ich mein Gefühl und meine Perspektive und wer ich bin und singe das Lied, so gut ich kann.»


Das ist seit seinem Durchbruch Anfang des Jahrzehnts und den Millionen-Erfolgen seiner Alben das System Bublé: Ohne Angst vor großen Namen Lieder neu zu interpretieren, ihnen die jungenhaft-jugendliche Leichtigkeit eines Sängers zu geben, der lieber swingt als rockt, lieber mit einem Orchester als einer Playback-Maschine auf der Bühne steht. Bei «Crazy Love» (Warner) gibt es aber nicht mehr nur Glück und Sonnenschein, «Cry Me A River» eröffnet mit einer dramatischen Big-Band-Einleitung einen Reigen, den er bei US-Talkmasterin Oprah Winfrey backstage als «Breakup Record», also das Album zum Schluss machen, zum Scheitern einer Beziehung, bezeichnete.


«'Cry Me A River' ist ein bitteres Lied über jemanden, der liebt und dessen Liebe nicht erwidert wird», erklärt Bublé. «Beide sind verbittert, beide sind wütend, es ist kein Liebeslied. Es ist beinahe ein Rachelied. Mir hat der filmische Einstieg gefallen und das Konzept, es zu einem sehr dramatischen Stück zu machen.»


Bublés Partnerinnen sind auf seinen vier Alben sozusagen verewigt. Seine langjährige Verlobte, die kanadische Schauspielerin Debbie Timuss, inspirierte seinen Hit «Home» ebenso wie das Lied «Lost». Danach - 2005 - kam die Beziehung mit Filmstar Emily Blunt, der er «Everything» widmete und die im vergangenen Jahr in die Brüche ging. Inzwischen heißt es, er sei mit der argentinischen Schauspielerin Luisana Lopilato liiert, die auch auf dem Video der aktuellen Single «Haven't Met You Yet» zu sehen sei.


Ob Musik ihm bei Liebeskummer hilft? «Es kommt darauf an. Ich hatte Beziehungen, bei deren Ende Musik ein großer Trost war: Man hört sich traurige Lieder an, und die helfen einem da irgendwie durch. Aber dann ging ich durch eine Beziehung, nach der ich so am Boden war, dass ich wirklich keine Musik hören wollte. Weil mich das an zu viel erinnerte und ich es nicht ertragen konnte. Es kann also sehr unterschiedlich sein; es kommt darauf an, wie nahe dir die Beziehung ging.»


Diese Facetten leuchtet Bublé mit seiner Liedauswahl aus: «Heartache Tonight» von den Eagles bringt er wesentlich kantiger und im Ausdruck härter. «Natürlich ist die Eagles-Version großartig», sagt er. «Aber ich wollte das Lied etwas zorniger machen, aggressiver. Denn die Botschaft, die ich in dem Lied höre, ist, das alle dasselbe wollen, aber nicht alle glücklich sein werden.» Mit einer klassischen Rock'n'Roll Gitarre und einem schnelleren Tempo lässt Bublé den süßlichen Fatalismus des Originals hinter sich. «Die Eagles lassen Herzschmerz sehr süß klingen», sagt er und lacht. «Ich wollte es aggressiv.»


Den Song «Baby You've Got What It Takes» nahm Bublé mit Sharon Jones und den Dap-Kings auf. «Die Dap-Kings haben auf Amy Winehouse' Album 'Back To Black' gespielt. Die haben also einen coolen Sound. Wir haben das in New York auf ein Achtspurgerät aufgenommen, also live, und ich mag diesen Song vor allem in den Versionen von Brook Benton und Dinah Washington. Dass ich dieses Lied nehmen kann und zu meinem eigenen machen kann, ist für mich ein Riesenspaß. Sharon ist eine tolle Sängerin und Entertainerin, sie hat eine unglaubliche Lebensgeschichte. Ich habe das unglaublich gern mit ihr gesungen.»


Bublé hat auf allen seinen vier Alben eine Mischung aus selbstgeschriebenen Liedern und neuen Versionen von Evergreens präsentiert. Dass er, «der Cover Guy», selbst schon oft gecovert wurde, macht ihn sichtlich stolz. «Country-Sänger Blake Shelton war mit 'Home' auf Platz eins im Country-Radio, und das ist echt groß. Das ist größer als er Erfolg, den ich damit in Amerika hatte. Und dann hatten Westlife damit eine Nummer eins in Großbritannien.»


Neben Van Morrisons «Crazy Love» zeigt auch eine Neuaufnahme von «Georgia On My Mind», dass Bublé sich von nichts und niemandem einschüchtern lässt. «Ich wede immer wieder gefragt: 'Warum coverst du Lieder?' Ich sage, nun, das sind einige der großartigsten Lieder die es gibt, willst du, dass sie auf ein Regal gestellt und vergessen werden? Ich habe die großartige Möglichkeit, einige dieser Lieder jungen Leuten überall in der Welt zu präsentieren, die sie nie zuvor gehört haben. Und das ist schön für sie.»


Bublé wird sein neues Material wieder live präsentieren: Deutschland könnte im April oder Mai auf den Tourkalender kommen, deutet er an. «Immer wieder haben Leute mir gesagt, sie würden meine Konzerte noch mehr mögen als meine CDs. Ich habe das nicht verstanden, bis ich erkannte, dass Menschen Energie lieben, diese Live-Energie, dieses tolle Gefühl, die großartige Präsenz, mit Musik in einem Raum zu sein. Auch deshalb habe ich dieses Album so aufgenommen, weil ich die Essenz eines Konzertes einfangen wollte.»  (© AP)



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