GM-Chef hält Opel-Verkauf diese Woche für möglich
veröffentlicht am 13.10.2009

Der Opel-Mutterkonzern General Motors rechnet noch für diese Woche mit dem Verkauf des deutschen Autobauers an Magna. GM-Chef Fritz Henderson nannte es am Dienstag in Schanghai «durchaus möglich», dass die Verträge diese Woche unterschrieben werden. Ursprünglich war der heutige Dienstag als Termin genannt worden.
Berlin/Schanghai - Der Opel-Mutterkonzern General Motors rechnet noch für diese Woche mit dem Verkauf des deutschen Autobauers an Magna. GM-Chef Fritz Henderson nannte es am Dienstag in Schanghai «durchaus möglich», dass die Verträge diese Woche unterschrieben werden. Ursprünglich war der heutige Dienstag als Termin genannt worden. Jetzt soll es der Donnerstag sein.
Henderson erklärte, trotz der Widerstände der Gewerkschaften wegen möglicher Arbeitsplatzverluste gehe der Verkauf der Marken Opel und Vauxhall wahrscheinlich über die Bühne. Der kanadische Autozulieferer Magna will zusammen mit der russischen Sberbank 65 Prozent von Opel kaufen. Henderson sagte, da 35 Prozent von Opel bei General Motors blieben, sei GM am Erfolg der Übernahme interessiert. Voraussetzung für den Erfolg sei eine deutliche Kostenreduzierung.
Als Gründe für die Verzögerung bei der Vertragsunterzeichnung nannte das «Handelsblatt» die noch andauernden Verhandlungen mit dem Betriebsrat sowie Finanzierungsfragen. Pro Jahr sollen die europaweit 50.000 Mitarbeiter über Zugeständnisse beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie bei künftigen Tariferhöhungen 265 Millionen Euro einsparen helfen. Im Gegenzug sollen sie mit zehn Prozent am neuen Opel-Unternehmen beteiligt werden.
Auch stünden die Kaufverträge noch unter dem Vorbehalt einer Einigung über die staatliche Flankierung des Opel-Geschäfts mit insgesamt 4,5 Milliarden Euro. Bislang hätten die anderen Opel-Standortländer Spanien, Großbritannien und Belgien keine konkreten Zusagen gemacht, sich an der Staatshilfe zu beteiligen. Den ersten Teil der Hilfen hatte Deutschland alleine vorfinanziert.
Trotz der Widerstände vor allem aus Spanien und Großbritannien sieht der hessische Ministerpräsident Roland Koch die Opel-Verhandlungen auf einem guten Weg. «Wir werden damit fertig werden, was da im Augenblick geschieht», sagte der CDU-Politiker in Berlin. Es sei auch nicht unerwartet, was passiere. In der Politik müsse jeder zu Hause noch einmal sagen, was gehe und was nicht. «Wir werden darauf achten, dass es bei betriebswirtschaftlich korrekten Zahlen bleibt.»
Koch rechtfertigte die Führungsrolle Deutschlands bei den Verhandlungen. Opel werde von der Bundesrepublik aus geführt. Wenn Deutschland nicht die Führung übernommen hätte, wäre das Unternehmen kaputt gegangen. «Es bleibt auch dabei, die Bundesregierung hat dort eine Führungsverantwortung, die auch in den Gesprächen jetzt wahrgenommen wird.» (© AP)




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