Greenpeace: EnBW rettete "Schrottmeiler" über die Bundestagswahl
veröffentlicht am 13.10.2009

© Europäische Kommission
Greenpeace hat dem Energiekonzern EnBW vorgeworfen, die Stromproduktion des Atomkraftwerks Neckarwestheim 1 aus politischen Gründen gedrosselt zu haben. Das Unternehmen habe auf diese Weise eine Abschaltung des Reaktors vor der Bundestagswahl verhindern wollen, erklärte die Umweltorganisation am Dienstag. Das sei ein vorsätzlicher Verstoß gegen den Atomkonsens.
Frankfurt/Main - Greenpeace hat dem Energiekonzern EnBW vorgeworfen, die Stromproduktion des Atomkraftwerks Neckarwestheim 1 aus politischen Gründen gedrosselt zu haben. Das Unternehmen habe auf diese Weise eine Abschaltung des Reaktors vor der Bundestagswahl verhindern wollen, erklärte die Umweltorganisation am Dienstag. Das sei ein vorsätzlicher Verstoß gegen den Atomkonsens.
EnBW wies diese Darstellung zurück. Die geringere Produktion sei seit längerem bekannt und ausschließlich betriebswirtschaftlichen Gründen geschuldet, sagte Konzernsprecher Ulrich Schröder. Wahltaktische Erwägungen hätten dabei keine Rolle gespielt. Zudem sei im Atomkonsens kein Datum für die Abschaltung eines Kraftwerks festgelegt, sondern lediglich Reststrommengen.
Greenpeace erklärte, unter normalen Produktionsbedingungen wäre die Strommenge für den 1976 ans Netz gegangenen Reaktor Neckarwestheim 1 bereits im Juli dieses Jahres aufgebraucht gewesen. «Es ist unfassbar, wie skrupellos die EnBW ihren alten Schrottmeiler über die Wahlen gerettet hat», sagte Greenpeace-Experte Tobias Münchmeyer.
In Berlin verhandeln am Dienstag die Koalitionsarbeitsgruppen Wirtschaft und Umwelt unter anderem über die Laufzeit von deutschen Atomkraftwerken. (© AP)




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