HSH-Nordbankchef soll Millionenverlust verantwortet haben
veröffentlicht am 13.10.2009

HSH-Nordbankchef Dirk Jens Nonnenmacher soll einem NDR-Bericht zufolge maßgeblich die Beinahe-Pleite der Bank verursacht haben. Ein HSH-Sprecher wies dies am Dienstag jedoch zurück. Der NDR berichtete weiter, entgegen bisheriger Angaben habe die Bank-Spitze ein verlustreiches Milliardengeschäft mit dem Namen Omega selbst genehmigt.
Hamburg - HSH-Nordbankchef Dirk Jens Nonnenmacher soll einem NDR-Bericht zufolge maßgeblich die Beinahe-Pleite der Bank verursacht haben. Ein HSH-Sprecher wies dies am Dienstag jedoch zurück. Der NDR berichtete weiter, entgegen bisheriger Angaben habe die Bank-Spitze ein verlustreiches Milliardengeschäft mit dem Namen Omega selbst genehmigt. Entsprechende Dokumente würden dem Sender vorliegen.
Bereits im Juni habe die Kanzlei Freshfields den Deal überprüft, der einen Verlust von 500 Millionen Euro einbrachte, sagte der Bank-Sprecher. Aufsichtsratschef Hilmar Kopper aber habe dem Vorstandschef Nonnenmacher auch nach der Überprüfung «uneingeschränkt» sein Vertrauen ausgesprochen. Der Aufsichtsrat habe damals «übereinstimmend Nonnenmacher gebeten, der Bank langfristig als Vorstandsvorsitzender zur Verfügung zu stehen».
Von besonderer Brisanz ist aber dem NDR zufolge, dass die HSH entscheidende Teile des Omega-Geschäfts vor der Finanzaufsicht Bafin verheimlicht haben soll. Die Nordbank hatte Ende 2007 Immobilienkredite in Milliardenhöhe an mehrere Großbanken verkauft, darunter an die französische BNP Paribas.
Durch den Verkauf wollte die unter Druck stehende Landesbank mehr flüssige Mittel bekommen. Der Vertrag mit der BNP Paribas war jedoch an eine Abmachung gebunden, wonach die HSH Risiken der BNP über eine Zweckgesellschaft mit dem Namen Omega Capital Funding wieder zurücknehmen musste.
Bei einer Sondersitzung des Aufsichtsrat in etwa drei Woche sollen zwei neue Vorstände berufen werden, heißt es aus Kreisen der Bank. Nonnenmacher soll so entlastet werden. Er gilt vor allem bei der FDP in Schleswig-Holstein als umstritten. Die Partei drängt nach der Landtagswahl bei der Bildung der neuen Regierung mit der CDU darauf, den HSH-Chef auszuwechseln. Die HSH gehört vor allem den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein. (© AP)




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