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(Update) - Sarrazin verliert einen Zuständigkeitsbereich bei der Bundesbank

veröffentlicht am 13.10.2009


Seine umstrittenen Äußerungen über den Integrationswillen von Ausländern haben das Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin einen seiner drei Zuständigkeitsbereiche gekostet. Wie die Bundesbank am Dienstag nach einer Vorstandssitzung mitteilte, ist Sarrazin ab sofort nicht mehr für den Bereich Bargeld zuständig. Er bleibt aber Vorstand für die Bereiche Informationstechnologie und Risiko-Controlling.

 

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Frankfurt/Main - Seine umstrittenen Äußerungen über den Integrationswillen von Ausländern haben das Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin einen seiner drei Zuständigkeitsbereiche gekostet. Wie die Bundesbank am Dienstag nach einer Vorstandssitzung mitteilte, ist Sarrazin ab sofort nicht mehr für den Bereich Bargeld zuständig. Er bleibt aber Vorstand für die Bereiche Informationstechnologie und Risiko-Controlling.


In einem kurzen Statement der Bank hieß es: «Der Vorstand der Deutschen Bundesbank hat sich heute in einer Aussprache auf die Grundlagen für eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit verständigt. Es gilt jetzt, den Blick nach vorn zu richten und gemeinsam die schwierigen Aufgaben und Herausforderungen zu bewältigen.»


Sarrazin, der bereits als Berliner Finanzsenator mit provokanten Äußerungen polarisiert hatte, hatte zuletzt mit Aussagen zum angeblich fehlenden Integrationswillen vieler Ausländer in einem Interview der Zeitschrift «Lettre International» für Empörung gesorgt. Vor allem zwei Sätze werden kritisiert: «Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate.» Und: «Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert.»


Die Berliner Staatsanwaltschaft prüft deshalb, ob ein Anfangsverdacht der Volksverhetzung vorliegt. Sarrazin hatte sich zwar öffentlich entschuldigt, einen Rücktritt aber abgelehnt, obwohl auch Bundesbankpräsident Axel Weber ihm diesen indirekt nahe gelegt hatte.


Die am Dienstag vor der Bundesbank-Zentrale in Frankfurt am Main demonstrierenden Beschäftigten richteten ihre Proteste auch gegen Sarrazin persönlich. Allein die Nennung seines Namens sorgte für wütende Zwischenrufe und Pfeifkonzerte. Rund 1.500 Bundesbank-Beschäftigte wandten sich gegen geplante Filialschließungen.  (© AP)



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