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Telekom will 1,5 Millionen Euro von betrügerischen Werbern

veröffentlicht am 05.10.2009


Von der Telekom beauftragte Vertriebsunternehmen haben nach Angaben des Konzerns nicht nur unzulässig Telefonwerbung eingesetzt, sondern auch den Datenschutz verletzt. Die Telekom betonte am Montag in Bonn allerdings, es sei in diesem Fall nicht zu einer massenhaften Weitergabe von Kundendaten gekommen. Die Telekom erstattete Strafanzeige gegen vier Firmen und fordert von ihnen insgesamt 1,5 Millionen Euro aus erschlichenen Provisionszahlungen und an Vertragsstrafen.

 

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Bonn - Von der Telekom beauftragte Vertriebsunternehmen haben nach Angaben des Konzerns nicht nur unzulässig Telefonwerbung eingesetzt, sondern auch den Datenschutz verletzt. Die Telekom betonte am Montag in Bonn allerdings, es sei in diesem Fall nicht zu einer massenhaften Weitergabe von Kundendaten gekommen. Die Telekom erstattete Strafanzeige gegen vier Firmen und fordert von ihnen insgesamt 1,5 Millionen Euro aus erschlichenen Provisionszahlungen und an Vertragsstrafen.


Die jetzt aufgeflogenen Fälle aus der zweiten Hälfte des Jahre 2008 und von Anfang 2009 beträfen den Festnetzbereich, erläuterte ein Unternehmenssprecher. Wie viele Kunden betroffen waren, könne die Telekom nicht sagen.


Die vier Vertriebfirmen hätten die Genehmigung gehabt, im stationären Handel, also zum Beispiel in großen Elektronikläden, Telekom-Verträge zu verkaufen. «Das ist mühsam», sagte der Telekom-Sprecher. Sie hätten deshalb offenbar Aufträge entgegen geltenden Absprachen an Callcenter weitergegeben, teilweise sogar im Ausland. Dabei hätten sie den Callcentern auch Zugriff auf eine spezielle Internetseite verschafft, auf der die Telekom ihren Vertriebspartnern eingeschränkt Zugriff auf bestimmte Kundendaten einräumt.


Nach Angaben des Telekom-Sprechers erhielten die Callcenter-Mitarbeiter Zugriff auf die Daten jeweils eines einzelnen Kunden, wenn dieser ihnen als Zugangswort seine Kundennummer nannte. Eigentlich hätten sie jedoch auf diese Daten gar nicht zugreifen dürfen, sagte der Sprecher.


Die Telekom hatte mit der neuen Zugriffsprozedur bereits auf frühere Datenschutzskandale reagiert. 2006 zum Beispiel waren Daten von 17 Millionen T-Mobile-Kunden im Internet angeboten worden; weitere ähnliche Fälle betrafen zwischen 60.000 und einigen Millionen Datensätzen. Zudem war bekanntgeworden, dass die Telekom offenbar Journalisten und Aufsichtsratsmitglieder auch unter Verwendung von Gesprächsdaten hat ausspähen lassen, um unliebsamen Veröffentlichungen auf die Spur zu kommen. Die Telekom reagierte auf die imageschädlichen Vorgänge unter anderem mit der Einrichtung eines eigenen Vorstandsressort für den Datenschutz.


Die Vertriebspartner oder ihre Subunternehmen haben nach den Angaben der Telekom somit gegen Datenschutzverpflichtungen verstoßen. Sie hätten zudem auch überhöhte Provisionen eingestrichen, da für die vorgeblich im stationären Handel eingeworbenen Auftrage höhere Provisionen gezahlt wurden.


Die Telekom will nach Bekanntwerden der Vorgänge die Kontrollen ihrer Vertriebspartner verstärken und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen einführen. «Wir haben uns gegenüber unseren Kunden verpflichtet, gegen unseriöse Vertriebsmethoden hart durchzugreifen und das tun wir auch», betonte das zuständige Telekom-Vorstandsmitglied Manfred Balz. Es müsse verhindert werden, dass einzelne unseriöse Firmen den Ruf einer ganzen Branche ruinieren. «Diese Dienstleister arbeiten nicht nur für uns, sondern auch für andere Unternehmen unter anderem aus der Telekommunikationsbranche. Wir müssen deshalb branchenweit dafür sorgen, dass betrügerische Vertriebsmethoden vom Markt verschwinden», forderte Balz.  (© AP)



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