50 Jahre unter Verschluss: Manifest von Carl Gustav Jung wird veröffentlicht
veröffentlicht am 04.10.2009

Fast 50 Jahre nach seinem Tod wird das Vermächtnis des Schweizer Philosophen und Psychiaters Carl Gustav Jung veröffentlicht. «Das Rote Buch» ist eine in 16 Jahren aufgezeichnete erstaunliche Reise in die unbewusste Traumwelt des renommierten Analytikers, die von ihm mit mittelalterlich wirkenden Kalligraphien und Zeichnungen reich verziert wurde. Die Existenz des Werks war seit Jungs Tod 1961 bekannt, es wurde jedoch nie veröffentlicht.
New York - Fast 50 Jahre nach seinem Tod wird das Vermächtnis des Schweizer Philosophen und Psychiaters Carl Gustav Jung veröffentlicht. «Das Rote Buch» ist eine in 16 Jahren aufgezeichnete erstaunliche Reise in die unbewusste Traumwelt des renommierten Analytikers, die von ihm mit mittelalterlich wirkenden Kalligraphien und Zeichnungen reich verziert wurde. Die Existenz des Werks war seit Jungs Tod 1961 bekannt, es wurde jedoch nie veröffentlicht. Die Erben hielten das Buch unter Verschluss, zuletzt in einem Banktresor.
«Das Rote Buch» ist so sehr eine komplexe wissenschaftliche Abhandlung wie ein komplett handgefertigtes Kunstwerk. Erstmals soll es am Mittwoch in den USA vorgestellt werden. Die Kalligraphien erinnern stark an alte Bibelabschriften wie das Book of Kells, die farbenprächtigen Zeichnungen geben Jungs Träume, Visionen und Fantasien wieder. Seine großformatige «Auseinandersetzung mit dem Unbewussten» wiegt rund vier Kilogramm und soll in der deutschen Fassung 168 Euro kosten (Patmos Verlag).
Von den Zeichnungen sind einige im Stil von Mandalas gehalten, einer Versinnbildlichung der Ganzheit in der hinduistischen und buddhistischen Tradition. Jung - oft auch nach seinen Initialen C.G. Jung genannt - sah darin eine wichtige Repräsentation seiner geistigen und psychologischen Entwicklung. Er fürchtete die Veröffentlichung des 205 Seiten starken Buches aber offenbar aus Sorge um seinen wissenschaftlichen Ruf.
Jung war ein Schüler des großen Psychoanalytikers Sigmund Freud, auch wenn er später mit dessen Lehre brach. (© AP)





