Home  >  Sport  >  Leichtathletik

Obama schon jetzt der große Verlierer von Olympia 2016

veröffentlicht am 04.10.2009


Des einen Freud, des anderen Leid: In Rio de Janeiro herrschte am Wochenende grenzenloser Jubel über den Zuschlag für die Olympischen Spiele 2016, US-Präsident Barack Obama hingegen scheiterte mit dem Werben für seine Heimatstadt Chicago. Während Obama enttäuscht war, zeigte sich sein brasilianischer Kollege Luiz Inácio Lula da Silva überglücklich. Dies sei ein «geheiligter Tag», sagte er nachdem die Entscheidung für die Stadt am Zuckerhut am Freitagabend gefallen war.

 

Kommentare: 0

 

Kopenhagen/Rio de Janeiro - Des einen Freud, des anderen Leid: In Rio de Janeiro herrschte am Wochenende grenzenloser Jubel über den Zuschlag für die Olympischen Spiele 2016, US-Präsident Barack Obama hingegen scheiterte mit dem Werben für seine Heimatstadt Chicago. Während Obama enttäuscht war, zeigte sich sein brasilianischer Kollege Luiz Inácio Lula da Silva überglücklich. Dies sei ein «geheiligter Tag», sagte er nachdem die Entscheidung für die Stadt am Zuckerhut am Freitagabend gefallen war.


Die brasilianische Leidenschaft habe bei dem Sieg über die Konkurrenten Madrid, Tokio und Chicago geholfen. «Die anderen Länder haben Vorschläge gemacht. Wir haben Herz und Seele dargeboten», sagte Lula da Silva, der wie Obama persönlich zur entscheidenden Sitzung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) nach Kopenhagen gereist war. Damit wird es erstmals in der Geschichte Olympische Spiele in Südamerika geben.


Rund 50.000 Menschen an Rios berühmter Copacabana gerieten in einen kollektiven gelb-grünen Freudentaumel, als sie per Live-Übertragung die Entscheidung aus Kopenhagen erfuhren. Die begeisterte Menge feierte mit Tanz und Musik ausgelassen bis in die Nacht. Auch Lula da Silva konnte seine Freude kam zügeln. Auf einer Pressekonferenz sagte er: «Ich gestehe: Wenn ich jetzt sterben müsste, wäre mein Leben lebenswert gewesen. Niemand kann jetzt noch Zweifel haben an der Stärke von Brasiliens Wirtschaft, seiner sozialen Größe und unserer Fähigkeit, einen Plan zu präsentieren.»


Rio muss allerdings noch viel tun, um sich für die Spiele zu rüsten. Das Budget von umgerechnet knapp 10 Milliarden Euro ist erheblich höher als das der Konkurrenten. Die Wettkampfstätten liegen weit auseinander und erfordern bessere Verbindungen. Das ist ein Risikofaktor, zumal Brasilien auch noch 2014 die Fußball-WM stemmen muss. Rio hat zudem im Vergleich zu den ausgeschiedenen Mitbewerbern die höchste Mord- und Verbrechensrate. Die Organisatoren müssen nun zeigen, dass sie für die Sicherheit von Athleten und Zuschauern sorgen können.


Schärfster Rivale Rios war Madrid. Gegen die spanische Hauptstadt hatte allerdings gesprochen, dass die Sommerspiele 2012 bereits in Europa stattfinden, nämlich in London. Nun hoffen die Europäer, dass sie 2020 wieder zum Zug kommen: Rom und die Region um Venedig meldeten für Italien umgehend ihre Kandidatur für die Spiele 2020 an. Der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude sah aufgrund des Zuschlags für Rio auch «alle Chancen auf einen erfolgreichen Abschluss» der bayerischen Bewerbung für die Winterspiele 2018.


Chicago war trotz des persönlichen Einsatzes von Obama und seiner Frau Michelle bereits in der ersten Wahlrunde ausgeschieden. Der Stadt fehlte offenbar die emotionale und geografische Anziehungskraft Rios, das die IOC-Mitglieder mit seinem Werben um die ersten Spiele in Südamerika beeindruckt hat. Außerdem gibt es zwischen IOC und dem Olympischen Komitee der USA immer wieder Streitereien, der Einfluss der Amerikaner im IOC ist gering.


Obama, der sich zum Zeitpunkt der Entscheidung wieder auf dem Rückflug befand, zeigte sich nach Angaben seines Sprechers Robert Gibbs enttäuscht. Zurück in Washington zeigte er sich aber als guter Verlierer. «Man kann ein tolles Spiel hinlegen und trotzdem nicht gewinnen.» Trotzdem sei er stolz auf Chicagos Bewerbung. Obama lobte den Zuschlag für Rio als «wahrhaft historische Entscheidung» und gratulierte seinem Kollegen Lula da Silva telefonisch.  (© AP)



Schreiben Sie ein Kommentar! 

Kommentar zum Thema "Obama schon jetzt der große Verlierer von Olympia 2016"

  Max. 25 Zeichen
 
 
 
  Sicherheitscode

Nur Kleinbuchstaben und Zahlen

 
 

 

Twitter