Trittin will Spitzenkandidat der Grünen werden
veröffentlicht am 12.08.2012

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Jürgen Trittin hat seine Spitzenkandidatur im nächsten Bundestagswahlkampf erklärt. "Ich trete an und möchte einer der beiden Spitzenkandidaten von Bündnis 90/Die Grünen sein", sagte er dem SPIEGEL. Trittin weigert sich aber, eine der möglichen weiblichen Spitzenleute Renate Künast, Claudia Roth oder Katrin Göring-Eckardt als Partnerin zu favorisieren: "Mit allen Frauen, über deren Kandidatur bisher spekuliert wird, kann ich gut zusammenarbeiten."
Berlin - Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Jürgen Trittin hat seine Spitzenkandidatur im nächsten Bundestagswahlkampf erklärt. "Ich trete an und möchte einer der beiden Spitzenkandidaten von Bündnis 90/Die Grünen sein", sagte er dem SPIEGEL. Trittin weigert sich aber, eine der möglichen weiblichen Spitzenleute Renate Künast, Claudia Roth oder Katrin Göring-Eckardt als Partnerin zu favorisieren: "Mit allen Frauen, über deren Kandidatur bisher spekuliert wird, kann ich gut zusammenarbeiten." Jede Kandidatin müsse sich aber wie er "einem demokratischen Votum der Partei stellen", etwa durch eine Urwahl. Für diesen Fall schloss er auch sein eigenes Scheitern nicht aus.
Trittin warb dafür, zur Lösung der Euro-Krise auch massive Finanztransfers Deutschlands in andere europäische Staaten in Kauf zu nehmen. "Wir müssen in die Gemeinschaft Europa investieren, am Ende zum eigenen Nutzen. Wenn wir unseren Wohlstand dauerhaft erhalten wollen, müssen wir die Schuldenkrise in den Griff bekommen", sagte er. „Aber es gehört zur Wahrheit auch dazu, gerade hier in Deutschland, dass wir aus dieser schwierigen Situation nur rauskommen mit mehr Europa, stärkeren Institutionen und auch höheren Transfers."
Wegen der Unterschiede in der Europapolitik erteilt Trittin einem Bündnis der Grünen mit Kanzlerin Angela Merkel nach der Bundestagswahl eine Absage. "Für eine solche Koalition gibt es keine Basis", sagte er. Merkel sei "in der Europapolitik nicht in der Lage, sich auch nur ansatzweise rechtzeitig in der eigenen Koalition durchzusetzen." Er könne sich "nicht vorstellen, mit einer antieuropäischen Partei wie der CSU eine Regierung zu bilden." (© Dow Jones)




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