MORNING BRIEFING

veröffentlicht am 14.07.2012


+++++ SPRUCH +++++

 

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Berlin - +++++ SPRUCH +++++


"Wir schätzen die Menschen, die frisch und offen ihre Meinung sagen - vorausgesetzt, sie meinen dasselbe wie wir." (Mark Twain)


+++++ TAGESTHEMA +++++


Hinweise auf weitere geldpolitische Maßnahmen durch die US-Notenbank sind bei der Veröffentlichung des Protokolls der jüngsten Sitzung des FOMC ausgeblieben. Das Gremium zeigte sich in dieser Frage gespalten. Ein Teil der zwölf Mitglieder plädierte dafür, dass die Fed bei der Geldpolitik mehr tun sollte, um dem Arbeitsmarkt auf die Sprünge zu helfen. Der andere Teil hielt dem entgegen, dass eine weitere Lockerung nur bei einem Rückgang der Inflation oder einer deutlichen Verlangsamung bei der Erholung der US-Wirtschaft angezeigt sei. "Ein neuerlicher Stimulus könnte notwendig sein, um ein befriedigendes Wachstum bei der Beschäftigung zu erzielen und zu gewährleisten, dass die Inflationsrate im Zielbereich bleibt", heißt es in den Protokollen vom 19. und 20. Juni.


+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN +++++


07:00 DE/Südzucker AG, ausführliches Ergebnis 1Q


07:30 FR/Carrefour SA, Umsatz 2Q


+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++


+++++ AUSBLICK EUROPÄISCHE ANLEIHE-AUKTIONEN +++++


+++++ ÜBERSICHT INDIZES +++++


+++++ FINANZMÄRKTE +++++


EUROPA


Die ausgebliebenen Hinweise auf eine dritte Runde von Wertpapierkäufen durch die US-Notenbank lastet auf den Aktienkursen in Asien. Dieser Vorgabe dürften sich die europäischen Aktienbörsen anschließen. An den Finanzmärkten habe man darauf gesetzt, dass die Fed deutliche Hinweise auf eine weitere Runde geldpolitischer Impulse gibt. "Viele lesen das Protokoll als Eingeständnis, dass der Fed die Werkzeuge ausgehen", meint ein Händler. Die Bank of Japan hat derweil nach Einschätzung von Analysten die Käufe von Wertpapieren netto nicht erhöht, woraufhin der Nikkei-Index 1,3 Prozent verliert. Zugleich nahm die Notenbank die Wachstumsprognose zurück. Die Zinssenkung in Südkorea wird unterdessen eher als Eingeständnis konjunktureller Schwäche interpretiert, der Kospi-Index gibt um 1,2 Prozent nach.


Die Aktienmärkte steckten am Mittwoch die Nachricht aus Karlsruhe locker weg: Das Bundesverfassungsgericht hat das Urteil über die Eilanträge zu ESM-Vertrag und Fiskalpakt auf unbestimmte Zeit verschoben. Mit einem Kursgewinn von 1,2 Prozent honorierte die Börse in Madrid das neue Sparpaket. In den kommenden zweieinhalb Jahren will das Land mit Reformen und Steuererhöhungen 65 Milliarden Euro sparen. Deutschland kann sich weiterhin günstig verschulden. Die Rendite der am Vormittag emittierten zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf das Rekordtief von 1,31 Prozent, womit der bisherige Tiefststand von 1,47 Prozent klar unterboten wurde.


DAX/MDAX/TECDAX


Die Krise des Solarsektors hat mit der Insolvenz von centrotherm ein neues Opfer gefunden. Die Aktie brach um 74 Prozent ein. Im DAX zeigte sich ein ausgeglichenes Bild. 16 Verlierern standen 14 Gewinner gegenüber, ein Sektortrend war dabei nicht zu erkennen. So führten die Gewinnerliste ThyssenKrupp, E.ON und SAP an. Im MDAX hat der Pharmaverpackungsspezialist Gerresheimer gute Zahlen vorgelegt. Die hohe Nachfrage der Pharma- und Gesundheitsindustrie in den Schwellenländern hat das Erlöswachstum auch im zweiten Quartal beflügelt. Dieser Trend soll anhalten. Die Aktie stieg um 3,6 Prozent. Eine Warnung des US-Motorenherstellers Cummins belastete Deutz. Die Aktie brach um 5,3 Prozent ein.


XETRA-NACHBÖRSE/XDAX (22 UHR): 6.453 (XETRA-Schluss: 6.454) Punkte


Recht lebhaft verlief der nachbörsliche Handel am Mittwoch nach Aussage eines Händlers. Der Markt habe sich an der Entwicklung in den USA orientiert. Die Umsätze seien dabei recht hoch gewesen. Wichtige Unternehmensmeldungen habe es nicht gegeben.


USA / WALL STREET


Ausgebliebene Hinweise auf weitere geldpolitische Lockerungen durch die US-Notenbank haben die Aktienkurse an Wall Street zur Wochenmitte belastet. Das Protokoll der jüngsten Sitzung der US-Währungshüter hat die Uneinigkeit innerhalb des Offenmarktausschusses (FOMC) in Bezug auf weitere Lockerungen gezeigt. Die Konjunktur-Erholung in den USA sei zwar nicht großartig, aber nicht schwach genug, um weitere geldpolitische Maßnahmen zu rechtfertigen, sagte ein Händler. "Die Hoffnung auf weitere Maßnahmen bei der Sitzung am 1. August dürfte damit begraben sein", so Michael Hood von J.P. Morgan Asset Management. Weiterhin standen Aktien aus dem Technologiesektor auf den Verkaufslisten ganz oben. Dagegen zeigten sich Energiewerte mit dem erholten Ölpreis etwas fester. Hier legten die Aktien von Exxon Mobil und Chevron um 1,5 bzw 0,9 Prozent zu.


+++++ DEVISENMARKT +++++


Der Euro konsolidiert auf niedrigem Niveau, nachdem die Gemeinschaftswährung in der Nacht auf Donnerstag auf ein abermaliges Zweijahrestief gefallen ist. Gestützt wurde der Dollar zunächst von dem Umstand, dass die Fed-Protokolle kaum Rückschlüsse auf eine weitere Runde geldpolitischer Lockerungen zugelassen hat. Der Dollar büßt zum Yen Boden ein, weil die Bank of Japan ihre geldpolitischen Lockerung nur marginal ausgeweitet hat.


+++++ ROHSTOFFE +++++


ÖL


Beim Ölpreis kam es zu einer Erholung von den jüngsten Abgaben. Ein Barrel der Sorte WTI notierte zum Settlement bei 85,81 Dollar, ein Aufschlag von 2,3 Prozent gegenüber dem Vortag. "Es handelte sich nur um eine Erholungsrally", so ein Händler. Die wöchentlichen US-Lagerbestandsdaten hatten kaum Einfluss auf den Ölpreis.


METALLE


+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR +++++


SCHULDENKRISE


Die schwere europäische Schuldenkrise hat den Status des Euro als wichtige Reservewährung nicht beeinträchtigt. Zu diesem Urteil kommt die EZB in einem Bericht zur internationalen Bedeutung des Euro.


GELDPOLITIK JAPAN


Die Bank of Japan hat nur kosmetische Änderungen an ihrer Geldpolitik vorgenommen. Die jüngst positiven Wirtschaftsdaten haben die Währungshüter offenbar dazu veranlasst, vorerst abzuwarten und die früheren geldpolitischen Aktionen wirken zu lassen. Allerdings wurden kleinere Änderungen des Wertpapierkaufprogramms beschlossen.


RENTENMARKT JAPAN


Die Renditen der japanischen Staatsanleihen sinken und das liegt offenbar nicht nur an der Eurokrise, sondern vielmehr an der Politik der japanischen Notenbank.


GELDPOLITIK SÜDKOREA


Die südkoreanische Notenbank hat überraschend ihre Geldpolitik gelockert und sich damit in den Kreis der Zentralbanken eingereiht, die in jüngster Zeit geldpolitische Impulse gesetzt haben. Der Leitzins wurde um 25 Basispunkte auf 3,00 Prozent zurückgeschraubt.


GELDPOLITIK BRASILIEN


Die brasilianische Zentralbank hat ihre Geldpolitik wie erwartet weiter gelockert, um die Kreditvergabe anzuregen und die Wirtschaft wieder in Fahrt zu bringen. Der geldpolitische Schlüsselsatz wurde um 50 Basispunkte auf das Allzeittief von 8,00 Prozent gesenkt.


BANKENSEKTOR


Die internationalen Bankenaufseher wollen den Spielraum der Banken bei der Bewertung von Ausfallrisiken einengen. Banken, die ihre Kreditausfallrisiken bislang nach einem internen Modell berechnen, könnten verpflichtet werden, zusätzlich auch das Standardmodell nach dem Regelwerk Basel III anzuwenden, sagte der Generalsekretär des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht, Wayne Byres, der FTD.


RWE  (© Dow Jones)


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