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Epilepsie ist kein Grund zum Verzicht auf Kinder

veröffentlicht am 18.09.2009


Epileptikerinnen mit Kinderwunsch sollten unbedingt schon vor der Schwangerschaft die medikamentöse Therapie umstellen. Während einer Schwangerschaft sei eine gute Anfallskontrolle sehr wichtig, die zugleich für das Ungeborene möglichst risikoarm sein sollte, betont Christian E. Elger von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie: «Medikamentöse Umstellungen während einer Schwangerschaft bergen jedoch die Gefahr unkontrollierter Anfälle sowie das Risiko, dass eine zusätzliche Gabe hoch dosierter Antiepileptika notwendig wird.»

 

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Frankfurt/Main - Epileptikerinnen mit Kinderwunsch sollten unbedingt schon vor der Schwangerschaft die medikamentöse Therapie umstellen. Während einer Schwangerschaft sei eine gute Anfallskontrolle sehr wichtig, die zugleich für das Ungeborene möglichst risikoarm sein sollte, betont Christian E. Elger von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie: «Medikamentöse Umstellungen während einer Schwangerschaft bergen jedoch die Gefahr unkontrollierter Anfälle sowie das Risiko, dass eine zusätzliche Gabe hoch dosierter Antiepileptika notwendig wird.»


Am besten sei es daher, das risikoärmste wirksame Epilepsie-Medikament bereits vorher festzulegen, sagt der Professor von der Universität Bonn. Nach seinen Angaben gelten die Wirkstoffe Carbamazepin und Lamotrigin als besonders verträglich. Sinnvoll sei außerdem die tägliche Einnahme von fünf Milligramm Folsäure vor Eintritt der Schwangerschaft. Denn es gebe Hinweise darauf, dass Anti-Epileptika den Folsäure-Spiegel bei Frauen absenken könnten, was bekanntlich mit einem erhöhten Risiko für Fehlbildungen beim Nachwuchs einhergehe.


Generell stelle eine Epilepsie-Erkrankung keinen Grund dar, auf Kinder zu verzichten, betont Elger. Oft werde bei diesem Krankheitsbild das Risiko für die Gesundheit des Kindes überschätzt. Dabei erhöhten niedrig dosierte Therapien mit nur einem Wirkstoff das Missbildungsrisiko für das Kind lediglich geringfügig im Ein-Prozent-Bereich. Auch die häufige Sorge, dass der Wirkstoff Valproinsäure zu einer reduzierten Intelligenz der Kinder führe, treffe nur im Fall einer hohen Dosierung über 800 bis 1.000 Milligramm täglich zu.


Bemerkten Frauen mit einer epileptischen Erkrankung den Eintritt einer ungeplanten Schwangerschaft, sollten sie zeitnah ihren Neurologen aufsuchen und sich beraten lassen, empfiehlt Elger. Keinesfalls sollten Epilepsie-Patientinnen, die ungeplant schwanger geworden seien, ihre Medikamente aus Angst vor ungünstigen Nebenwirkungen selbsttätig absetzen oder reduzieren, warnt der Experte. Denn dann bestehe das Risiko unkontrollierter Anfälle.  (© AP)



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