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16. September 2009

Finanzhistoriker gegen zu große Banken



Düsseldorf/Berlin - Ein Jahr nach der Pleite der US-Großbank Lehman Brothers sind nach Ansicht von Wirtschaftsexperten nur wenig Lehren aus der großen Finanzmarktkrise gezogen worden. Der St. Galler Wirtschaftsethiker Ulrich Thielemann sagte der «Berliner Zeitung»: «Viele Ökonomen - ich würde sagen: die Mehrheit - sehen in der Krise bloß einen zufälligen Fehler im System, der leider unvorhersehbar war.» Das werde dann Marktversagen genannt.

Zugleich betonte Thielemann, nur eine globale Regulierung der Märkte könne verhindern, dass die Menschen künftig weniger den Zwängen des Kapitals ausgesetzt würden. Unterhalb einer globalen Ordnung seien die Staaten weiter den Marktkräften unterworfen. Wenn dieses Abhängigkeitsverhältnis noch umgekehrt werde, «verlieren wir unsere politische Autonomie zugunsten eines alles durchdringenden Marktprinzips».

Im «Handelsblatt» forderte derweil der Finanzhistoriker Niall Ferguson. «Die Citigroup sollte es nicht geben. Bank of America ist zu groß.» Keine Bank sollte so groß sein, dass man ihren Zusammenbruch auf jeden Fall verhindern muss (englisch: «to big to fail»).

Der schottische Wissenschaftler, der in Harvard in den USA lehrt, sagte der Wirtschaftszeitung weiter: Nichts kann rechtfertigen, wenn Investmentbanken heute, abgesichert durch Steuergelder, mit riskanten Geschäften hohe Profite einfahren.» Ferguson warnte, das größte Risiko der Krise sei ein neuer Fall Lehman. «Wenn es nicht zum Untergang weiterer Banken kommt, wird sich der Schuldenberg von den Bankbilanzen auf die nationalen Haushalte verlagern.»  weiterlesen >>


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