Missbrauchsskandal: Katholische Kirche leistet Widerstand gegen unabhängige Aufarbeitung

veröffentlicht am 22.04.2012


Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen stößt bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche immer noch auf Widerstand. Im vergangenen Sommer hatte die Deutsche Bischofskonferenz das Institut beauftragt, in einem dreijährigen Forschungsprojekt die Personalakten der Kirche auf Missbrauchsfälle zu untersuchen.

 

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Hamburg - Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen stößt bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche immer noch auf Widerstand. Im vergangenen Sommer hatte die Deutsche Bischofskonferenz das Institut beauftragt, in einem dreijährigen Forschungsprojekt die Personalakten der Kirche auf Missbrauchsfälle zu untersuchen.


Die Bistümer Hildesheim und Trier stellten Akten für erste Auswertungen zur Verfügung; inwieweit die anderen 25 deutschen Diözesen ihre Personalakten übergeben, ist aber immer noch nicht ganz geklärt. Viele Pfarrer fürchten offenbar, dass bei Weitergabe der Akten an die Wissenschaftler vertrauliche Daten an die Öffentlichkeit geraten.


Seinen Mitarbeitern würden "doch überhaupt keine Akten direkt ausgehändigt", beschwichtigt Institutsleiter Christian Pfeiffer die Kleriker. Um "Täterakten herauszufiltern", würden Mitarbeiter der Bistümer sowie je ein externer Jurist die Dossiers vorsortieren. Diese verließen "zu keinem Zeitpunkt die vom Generalvikar vorgesehenen Räumlichkeiten der Kirche", so Pfeiffer gegenüber dem Nachrichtenmagazin Spiegel.


Außerdem dürften die anonymisierten Daten weder einer Person noch einem Bistum zugeordnet werden können. Ein Treffen der Kriminologen mit aufgebrachten Pfarrern endete ohne verbindliches Ergebnis. (ghd)  


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Kindesmissbrauch

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AW: ""Missbrauchsskandal: Katholische Kirche leistet Widerstand gegen unabhängige Aufarbeitung""
Elkana am 24.04.2012 - 00:32 Uhr:
@KM
Sie möchten Fakten, aber gerne! Ich bin zwei Mal Opfer sexuellen Missbrauchs in der Katholischen Kirche geworden! Der eine Verantwortliche Oberhirte ist mittlerweile tot, dies schränkt die Auswahlmöglichkeiten entsprechend ein, der zweite bemüht sich tatkräftig als Aufklärer eben dieser Vorfälle, hat aber kein Problem damit, im Einzelfall, Straftäter in seiner Diözese zu beschäftigen. Daran änderte weder die Einholung eines erweiterten Führungszeugnis etwas, noch die Beteuerungen der Exzellenz. Wenn Sie gestatten, die Details dessen, was ich erfahren musste, kann ich noch immer nicht in Worte fassen, auch nicht nach 10 Jahren. Allerdings das Mühen der Kirche, diese Taten unter den Tisch zu kehren und sich dann - pressewirksam - mit dem großen Tue Culpa, dem Hinweis, in der Gesellschaft ist es viel schlimmer, aus der Affäre ziehen zu wollen, ja, die habe ich am eigenen Leibe spüren müssen. Es hat Jahre gedauert, bis die verantwortlichen Diözesen bereit waren, aus "reiner Kulanz und Fürsorge und ohne Anerkennung irgendeiner Rechtspflicht" einen geeigneten Therapeuten zu vermitteln. Ach ja, entschuldigt haben sie sich auch noch, um Verzeihung gebeten hingegen nicht. In diesem Punkt ist die Katholische Kirche wirklich gründlich vorgegangen. Wenn Sie das nicht glauben wollen, dann kann ich das auch nicht ändern. Ich kann Ihnen noch anbieten, die Entschuldigungsschreiben der Bischöfe mit Brief und Siegel zu veröffentlichen, damit ein jeder sehen kann, wie die Faktenlage ist. Falls Sie mich fragen sollten: Was hat denn das mit dem eigentlichen Thema zu tun? Oh, eine Menge, denn dieses ganze Tam Tam nutzt vielleicht der Kirche, um "Vertrauen" in der Gesellschaft zurück zugewinnen, den Überlebenden ihrer Seelsorge hilft es hingegen nur sehr wenig. Und wie schon eingangs erwähnt, die Leitlinien zum sexuellen Missbrauch schützen nicht davor, dass doch wieder schwarze Schafe zum "Dienst" an Kindern und Jugendlichen bestellt werden. Den Vergleich mit anderen Vereinen - sehr passend - möchte ich nicht unternehmen, nicht, weil ich die Argumentelage scheue, sondern weil es nicht um "die anderen", sondern konkret um die Katholische Kirche geht, und deren Schuld und Versagen bemisst sich eben nicht nach Quantität der Aufarbeitung der Konkurrenz, sondern einzig an der Qualität des eigenen Tuns.
net-tribune

"Missbrauchsskandal: Katholische Kirche leistet Widerstand gegen unabhängige Aufarbeitung"
KM am 23.04.2012 - 23:43 Uhr:
@Elkana, bitte informieren Sie sich besser. Sicher werden Sie irgendwo in Deutschland irgendeinen finden der "dagegen" ist. Das finden Sie zu jedem Thema. Haben Sie eine Vorstellung welchen akribischen Aufwand die Bistümer zur Aufklärung und Prävention von sexuellem Missbrauch treiben? In kürzest möglicher Zeit werden, alleine im Bistum Aachen, ALLE =17.000 in Frage kommenden Personen geschult. Außerdem muss JEDER REGELMÄSSIG ein großes Führungszeugnis abgeben, selbst wenn er nur eine Kommunionvorbereitung gestaltet. Jeder ist sensibilisiert. Bitte benennen Sie mir eine andere Religionsgemeinschaft, eine atheistische Gemeinschaft, einen Sportverein oder eine Schule die so gründlich ist? Bitte Fakten!
net-tribune

"Missbrauchsskandal: Katholische Kirche leistet Widerstand gegen unabhängige Aufarbeitung"
Elkana am 23.04.2012 - 07:51 Uhr:
Hier erleben wir wieder einmal das Spannungsverhältnis zwischen dem christlichen Anspruch der Heiligen Katholischen und Apostolischen Kirche und ihrer kleingläubigen, dünkelhaften Realität als Verein von Klerikalbeamten und Gästen. Man kann die Schwingungen der Empörung förmlich im Raum wahr nehmen: "Was hätten wir denn machen sollen? Das haben wir doch schon immer so gemacht! Da könnte ja jeder kommen! Was bilden Sie sich denn eigentlich ein? Wir verlangen mehr Respekt!" Mit christlicher Botschaft oder gar Heiligkeit, wie sich nicht nur die Kirche, sondern auch ihr Priesterimperator betiteln lässt, hat das alles herzlich wenig zu tun. Doch wie sagte schon Jesus: "Kommt, und seht!"
net-tribune

"Missbrauchsskandal: Katholische Kirche leistet Widerstand gegen unabhängige Aufarbeitung"
Welche Substanz ... hat ein solcher Artikel am 22.04.2012 - 19:18 Uhr:
Das ist doch nur heiße Luft. Außer der reißerischen Überschrift gibt dieser Artikel nichts her. Dass es aus einer bestimmten Ecke konservativer Priester Widerstand gab ist ein alter Hut. Aber alle anderen Tatsachen liegen doch auf dem Tisch. Und dass es nur um anonymisierte Forschung geht ist inzwischen allen Beteiligten klar, spätestens seit einer Erklärung von November. Das Institut hat sich doch öffentlich nirgends beschwert. Also entweder Fakten bringen und Leute zitieren... Oder auf solche sinnfreien Artikel verzichten!
net-tribune

 

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