MÄRKTE USA/Wall Street schließt uneinheitlich

veröffentlicht am 16.04.2012


Die Kurse an Wall Street haben am Montag im Fahrwasser gemischt ausgefallener Konjunktursignale keine klare Tendenz herausgebildet. Während der Dow-Jones-Index während der ganzen Sitzung in positivem und die Technologiebörsen in negativem Terrain verharrten, pendelte der marktbreite S&P-500 um das Vortagesschlussniveau. Der Dow-Jones-Index kletterte um 0,6 Prozent auf 12.921 Punkte, der S&P-500 gab 0,1 Prozent auf 1.370 Zähler ab und der technologielastige Nasdaq-Composite sank gar um 0,8 Prozent auf 2.988 Stellen - hier drückte vor allem die Schwäche der Schwergewichte Apple und Google.

 

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New York - Die Kurse an Wall Street haben am Montag im Fahrwasser gemischt ausgefallener Konjunktursignale keine klare Tendenz herausgebildet. Während der Dow-Jones-Index während der ganzen Sitzung in positivem und die Technologiebörsen in negativem Terrain verharrten, pendelte der marktbreite S&P-500 um das Vortagesschlussniveau. Der Dow-Jones-Index kletterte um 0,6 Prozent auf 12.921 Punkte, der S&P-500 gab 0,1 Prozent auf 1.370 Zähler ab und der technologielastige Nasdaq-Composite sank gar um 0,8 Prozent auf 2.988 Stellen - hier drückte vor allem die Schwäche der Schwergewichte Apple und Google. Umgesetzt wurden rund 0,74 (Freitag: 0,77) Milliarden Aktien. Dabei wurden 1.727 (714) Kursgewinner und 1.301 (2.318) -verlierer gezählt, während 112 (103) Titel unverändert schlossen.


Deutlich besser als erwartet ausgefallenen US-Einzelhandelsumsätzen für März stand eine schwache Geschäftsaktivität des verarbeitenden Gewerbes im Großraum New York für April gegenüber. Der von der Federal Reserve Bank of New York ermittelte Empire-State-Index fiel sehr viel stärker als prognostiziert, allerdings gilt er als notorisch volatil.


Dazu gesellten sich negative Impulse vom Krisen geschüttelten Immobilienmarkt. Das Vertrauen der US-Bauunternehmen hat sich erstmals seit sieben Monaten eingetrübt, der entsprechende NAHB-Index verfehlte zudem die Markterwartungen. Darüber hinaus bremste einmal mehr die europäische Schuldenkrise den Aktienmarkt. Die Rendite bei zehnjährigen spanischen Anleihen sprang am Berichtstag erstmals seit Dezember wieder über die kritische Marke von 6 Prozent. Anleger setzten damit ein dickes Fragezeichen hinter die Fähigkeit des Landes, sich am Markt zu refinanzieren.


Schon am vergangenen Freitag hatten abermalige Zweifel an der Refinanzierungsfähigkeit Spaniens und die Furcht vor einer Ansteckung Italiens zu Abgaben geführt. "Wie bereits bei Griechenland und Italien gesehen, werden die Investoren nervös, wenn die Rendite der zehnjährigen Papiere über die Marke von 6 Prozent steigt", sagte ein Händler. Kurzfristig dürfte diese Unsicherheit weiter anhalten, dann am Dienstag und Donnerstag will Spanien neue Schuldtitel unter die Anleger bringen. "Am Markt ist ein Tauziehen zu beobachten. Die einen setzen auf eine positive Berichtssaison und die anderen blicken sorgenvoll gen Europa - insbesondere nach Spanien. Ich denke aber, die Unternehmensberichte können die Oberhand behalten", beschrieb Marktstratege Burt White von LPL Financial in Boston das volatile Geschäft.


Einen kleinen Vorgeschmack auf die anstehende Berichtssaison lieferte am Berichtstag die Citigroup, deren Ergebnis für das erste Quartal durch die Neubewertung eigener Schulden belastet wurde. Bereinigt lag der Gewinn je Aktie mit 1,11 Dollar jedoch über der Prognose von 0,95 Dollar. Eine Wiederholung des vierten Quartals, als das Institut wegen schwacher Einnahmen aus Kapitalmarktgeschäften negativ überraschte, blieb damit aus. Anleger honorierten dies mit einem Aufschlag für die Aktie von 1,9 Prozent auf 34,04 Dollar. Bereits am Freitag hatten J.P. Morgan und Wells Fargo mit ihren Ergebnissen die Erwartungen übertroffen.


Die guten Einzelhandelsdaten verliehen den entsprechenden Sektorwerten Rückenwind: Home Depot und Procter & Gamble zogen um 1,4 bzw 1,5 Prozent an und gehörten damit im DJIA zu den festesten Titeln. Goldman Sachs hat weitere Anteile an der chinesischen ICBC verkauft und damit 2,5 Milliarden Dollar erlöst. Die Beteiligung wurde damit auf knapp unter 5 Prozent fast halbiert. Es war das vierte Mal seit 2009, das sich Goldman Sachs von Anteilen getrennt hat. Die Investition hat sich ausgezahlt - seit die New Yorker Bank 2006 bei der ICBC einstieg, ist der Wert der Beteilung um das Viereinhalbfache gestiegen. Die Aktie gewann 2,3 Prozent auf 117,73 Dollar. Die Bank wird am Dienstag zudem über den Verlauf des ersten Quartals informieren.


Im Technologiesektor fielen Apple um 4,1 Prozent auf 580,13 Dollar - der größte Fall seit August 2011 - und Google im Schlepptau um 3,0 Prozent auf 606,07 Dollar. Vor allem bei Apple sahen Analysten kaum Gründe für die Abgaben, Gewinnmitnahmen seien angesichts des enormen Kursanstieges der jüngsten Zeit jedoch nicht verwunderlich. Apple hatten seit dem 1. Januar um mehr als 45 Prozent haussiert.


Mattel büßten 9,1 Prozent auf 31,01 Dollar ein. Der Spielzeuganbieter verfehlte mit seinen Erstquartalszahlen die Markterwartung, weil die Umsätze mit dem Klassiker "Barbie" und bei "Hot Wheels" nachgaben. Nach einem positiven Analystenkommentar ging es für Caterpillar um 0,8 Prozent auf 106,74 Dollar nach oben. Der Baumaschinenkonzern teilte zudem im späten Handel mit, Teile von Bucyrus an Ferreyros zu veräußern. Die Transaktion hat ein Volumen von 75 Millionen Dollar.


Die Aktien des Energielogistigers SMF Energy brachen nach Beantragung von Gläubigerschutz um 65,0 Prozent ein. Die Titel des Zeitungsverlages Gannett verbilligten sich um 7,6 Prozent, die Gesellschaft veröffentlichte Geschäftszahlen unter Markterwartung. Der Kosmetikkonzern Avon wehrte sich weiter gegen das Übernahmegebot von Coty, Avon sanken um 2,1 Prozent. Endocyte schnellten um 100,5 Prozent empor, das Unternehmen entwickelt zusammen mit dem Pharmakonzern Merck ein Antikrebsmittel.


Beflügelt von den schwachen Daten zum US-Immobilienmarkt und denen zum Empire-State-Index sowie den Sorgen über die europäische Schuldenkrise ging es am US-Anleihemarkt lange Zeit nach oben. Die Ängste bezüglich einer Verschärfung der Schuldenkrise in der Eurozone veranlasste Investoren zunächst zu weiteren Umschichtungen in den "sicheren Hafen" der US-Anleihen. Im späten Handel drehte der Markt jedoch, die Notierung rutschten knapp ins Minus. Die Rendite zehnjähriger Titel tendierte praktisch unverändert bei 1,98 Prozent.


Der Euro erholte sich zum US-Dollar merklich und stieg klar über die Marke von 1,31 Dollar, nachdem die Gemeinschaftswährung im Tagesverlauf bis knapp unter 1,30 Dollar gefallen war. Laut Händlern bestand trotz der Sorgen über die Refinanzierungsfähigkeit Spaniens noch keine Bereitschaft am Markt, den unteren Rand der aktuellen Handelsspanne des Währungspaares zu durchbrechen. Sollten die anstehenden spanischen Auktionen allerdings scheitern, könnte das den entscheidenden Impuls für eine Talfahrt des Euro liefern, hieß es im Devisenhandel.


Der Ölpreis geriet mit den Fortschritten bei den Atomgesprächen mit dem Iran zunächst stark unter Druck. Allerdings drehte US-Leichtöl mit dem fallenden US-Dollar ins Plus. Ein sinkender Dollar macht Öl für Anleger außerhalb des Dollarraums günstiger. Zudem profitierte Öl der US-Sorte WTI von den überraschend positiven Einzelhandelsdaten in den USA.


Brent zeigte sich davon jedoch relativ unberührt, den die europäische Referenzsorte hatte bereits in der jüngsten Vergangenheit stärker als US-Leichtöl auf die Geschehnisse im Iran reagiert. "Die Hoffnung auf ein Zurückrudern der iranischen Führung im Streit über das Nuklearprogramm hat Anleger den Risikoaufschlag bei Brent etwas herausnehmen lassen", sagte Ölanalyst Matt Smith von Summit Energy in Louisville. Der Preis für ein Barrel US-Leichtöl der Sorte WTI mit Lieferung im Mai zog zum Settlement an der New Yorker Rohstoffbörse Nymex um 0,1 Prozent oder 0,10 Dollar auf 102,93 Dollar an. Der nächstfällige Junikontrakt auf ein Fass Brent ermäßigte sich an der ICE um 2,1 Prozent bzw 2,53 Dollar auf 118,68 Dollar.


Der Preisunterschied beider Sorten reduzierte sich auf das annähernd niedrigste Niveau seit Februar, Händler verwiesen auf eine unerwartet frühe Inbetriebnahme einer Pumpleitung, die Öl vom Golf von Mexiko zum US-Verladedrehkreuz nach Cushing befördert. Dies dürfte zu einem verstärkten Absatz von Brent führen, hieß es weiter.  (© Dow Jones)



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