(Update 2) - Munich Re will an altes Gewinn-Niveau anknüpfen

veröffentlicht am 13.03.2012


Die Munich Re will im laufenden Jahr wieder an die Gewinne vor dem Katastrophenjahr 2011 anknüpfen. "Wir gehen ohne Altlasten ins neue Jahr und kehren zur alten und gewohnten Ertragskraft zurück", sagte der Vorstandsvorsitzende Nikolaus von Bomhard in München. Gerade nach den jüngsten Großschäden nehme das Risikobewusstsein zu, zeigte er sich optimistisch.

 

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München - Die Munich Re will im laufenden Jahr wieder an die Gewinne vor dem Katastrophenjahr 2011 anknüpfen. "Wir gehen ohne Altlasten ins neue Jahr und kehren zur alten und gewohnten Ertragskraft zurück", sagte der Vorstandsvorsitzende Nikolaus von Bomhard in München. Gerade nach den jüngsten Großschäden nehme das Risikobewusstsein zu, zeigte er sich optimistisch. Beim Konzernergebnis peilt der weltweit größte Rückversicherer für das laufende Jahr 2,5 Milliarden Euro an, nachdem dieses im vergangenen Jahr um über 70 Prozent auf 712 Millionen Euro eingebrochen war. Auch 2013 wollen die Münchener den Gewinn weiter steigern.


Bei den Einnahmen spiegelt sich diese Zuversicht nicht wieder. Die gebuchten Bruttoprämien sieht der DAX-Konzern mit 48 bis 50 Milliarden Euro lediglich auf Vorjahresniveau. 2011 waren sie um neun Prozent auf 49,6 Milliarden Euro geklettert. Von Bomhard betonte aber, dass Munich Re insbesondere beim Abschluss von Rückversicherungsverträgen nicht auf Volumen aus sei. Entscheidend seien die Erträge, die mit einem angemessenen Risiko erzielt werden könnten.


Für ihr 207 Milliarden schweres Anlageportfolio will die Munich Re trotz des schwierigen Niedrigzinsumfeldes erneut eine Rendite von rund 3,5 Prozent erzielen. Um auch höhere Renditen zu erreichen, legen die Münchener neben dem bereits angelaufenen Investitionsprogramm von 2,5 Milliarden Euro für Erneuerbare Energien jetzt zusätzlich ein Infrastrukturprogramm auf. Hier wollen sie auch ihr im Konzern vorhandenes technisches Wissen nutzen. Mittelfristig sollen 1,5 Milliarden Euro in Transport-, Entsorgungs- und Kommunikationsprojekte fließen.


Das Kapitalanlageergebnis soll im nächsten Jahr bei 7,2 Milliarden Euro liegen - 0,4 Milliarden Euro über dem mit hohen Abschreibungen auf Griechenland-Anleihen belasteten Vorjahr, aber unter den vorherigen Jahren. Aus dem jüngst beschlossenen Schuldenschnitt und Anleihetausch bei Hellas-Bonds erwartet die Munich Re "allenfalls noch relativ geringe Aufwendungen". Diese Papiere haben die Münchener bereits zum Jahresende auf einen Marktwert von 23 Prozent abgeschrieben. Nach dem nun offiziell festgestellten Zahlungsfall können zwar Kreditausfallversicherungen greifen, davon kann die Munich Re jedoch nicht profitieren. "Wir haben keine CDS-Positionen auf Griechenland", sagte von Bomhard.


Die hohen Abschreibungen von 1,2 Milliarden Euro auf Griechenland-Papiere waren einer der Gründe, warum Munich Re im vergangenen Jahr einen massiven Gewinneinbruch hinnehmen musste. Hinzu kamen die höchsten Schäden aus Naturkatastrophen, die der DAX-Konzern jemals in seiner Geschichte verkraften musste. Die Schäden aus dem Tsunami in Japan, den Erdbeben in Neuseeland sowie den Überschwemmungen in Australien und zuletzt in Thailand - um nur die größten Katastrophen zu nennen - summierten sich auf über 4,5 Milliarden Euro. Selbst nach dem Abzug von Steuervorteilen stand unter dem Strich noch immer eine Belastung von gut 3,3 Milliarden Euro, sagte Risikovorstand Torsten Jeworrek. Statistisch trete solch eine Schadenshäufung nur einmal alle 50 Jahre auf, sagte er.


Insgesamt litt der Branchenprimus mit am stärksten unter dem für die Rückversicherer außerordentlich schwierigen Jahr. Die Hannover Rück hat sich mit einem deutlich kleineren Gewinnrückgang besser geschlagen. Sie profitierte dabei von ihrer stärkeren Rückabsicherung im Kapitalmarkt und auch von ihrer stärkeren Nischenorientierung.


Der Branchenzweite Swiss Re verdiente sogar mehr als im Vorjahr, hatte dafür aber auch massiv Rückstellungen aufgelöst und im Anlageportfolio Gewinne mitgenommen. Die Munich Re hat auf solche Maßnahmen zugunsten der Kontinuität weitgehend verzichtet. Sie setze auf eine nachhaltige Entwicklung und Rendite, sagte von Bomhard und rief als Kronzeugen den als konservativ geltenden US-Investor Warren Buffet auf, der inzwischen mit 11,2 Prozent an der Munich Re beteiligt sei.


Anders als der Vorstand, dessen Gesamtbezüge um gut 16 Prozent zurückgingen, sollen die Aktionäre des DAX-Konzerns aber nicht unter dem Gewinneinbruch leiden. Die Dividende wird stabil bei 6,25 Euro je Aktie gehalten, auch wenn die Münchener dafür ihren kompletten Gewinn nach HGB aufzehren müssen. Sie halten dies wegen der soliden Kapitalausstattung und der guten Ertragsaussichten aber für gerechtfertigt.


Analysten nehmen den konkreten Zahlenausweis positiv auf. "Keine bösen Überraschungen und ein gutes Branchenumfeld", kommentierte equinet-Analyst Philipp Häßler. Die Solvency-II-Quote der Munich Re sei mit 194 Prozent solide und auch der Ausblick auf das laufende Jahr sei positiv, wenngleich wenig überraschend. Die Aktie läuft dem festeren Gesamtmarkt deutlich voraus und legt am Mittag um 2,8 Prozent auf 111,80 Euro zu.  (© Dow Jones)



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