DEVISEN/Euro bricht nach US-Daten trotz Tender ein

veröffentlicht am 29.02.2012


Mit kräftigen Kursverlusten bis deutlich unter 1,34 Dollar ist der Euro am Mittwoch aus dem europäischen Handel gegangen. Händler sprachen von klaren Gewinnmitnahmen im Euro zum Monatsultimo. Die Dollar-Stärke zeigte sich gegen alle Haupthandelswährungen.

 

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Frankfurt - Mit kräftigen Kursverlusten bis deutlich unter 1,34 Dollar ist der Euro am Mittwoch aus dem europäischen Handel gegangen. Händler sprachen von klaren Gewinnmitnahmen im Euro zum Monatsultimo. Die Dollar-Stärke zeigte sich gegen alle Haupthandelswährungen. Als Grund machten Händler neben dem Tender der EZB gute Wirtschaftsaussichten in den USA aus. "Die Gemengelage von heute deutet immer mehr darauf, dass es kein oder weniger als erwartet vom QE3 in den USA geben wird", sagt ein Händler. Dies könne zum Beispiel in die Aussagen von Fed-Chef Bernanke interpretiert werden, der auf eine höhere als erwartete Beschäftigungskomponente verwies. "Beschäftigung ist das A und O für die Fed, um ein QE3 zu rechtfertigen", so der Händler. Die zweite Komponente Inflation spiele auch eine Rolle, sei aber unter Kontrolle.


Zudem zeige die BIP-Hochrevision im vierten Quartal ebenso wie der Chicago-Einkaufsmanager-Index, dass die US-Wirtschaft in Fahrt komme. Auch die Job-Komponente im Index stieg deutlicher an. Damit gebe es zumindest weniger Fantasie für weiter Zinssenkungen oder geldpolitische Maßnahmen in den USA. Gleichzeitig sie die neue Stärke der US-Wirtschaft ein klarer Kaufgrund für den Dollar.


Bei den US-Daten stieg der Chicago-Einkaufsmanager-Index auf 64,0 im Februar nach 60,2 im Januar. Die Prognose lag nur bei 61 Indexpunkten. Vor allem die vielbeachtete Komponente der Neuen Orders zog auf 69,2 nach 63,6 an. Auch die Job-Komponente stieg auf 64,2 nach zuvor 54,7 an. Bereits zuvor war auch die Hochrevision des US-BIPs zum vierten Quartal 2011 positiv aufgenommen worden. Anstelle bisheriger 2,8 Prozent betrug das annualisierte Wachstum sogar 3,0 Prozent.


Der Euro war bereits seit Zuteilung des neuen Drei-Jahres-Tenders der EZB auf dem Rückzug. Eine reichliche Inanspruchnahme sei bereits eingepreist gewesen, hieß es im Handel. Der Tender habe mit 530 Milliarden Euro die Schätzung von rund 500 Milliarden Euro lediglich erfüllt und biete damit keine Überraschung. Er bewegt sich damit auch nur leicht über dem Dezember-Tender von 489 Milliarden Euro. Wie die EZB mitteilte, erhielt sie von 800 Banken Gebote über 529,531 Milliarden Euro, die alle voll bedient wurden. Die Banken zahlen nach Fälligkeit einen Zins, der dem durchschnittlich während der Laufzeit herrschenden EZB-Hauptrefinanzierungssatz entspricht. Derzeit liegt der EZB-Leitzins auf dem Rekordtief von 1,00 Prozent.


Am Abend wird die US-Notenbank schließlich noch ihr Beige Book vorlegen. Dabei handelt es sich um eine lose Sammlung von Eindrücken zu Beschäftigung, Inflation und Wachstum in den Distrikten des Federal-Reserve-Systems. Damit bereitet die US-Notenbank traditionell ihre nächste geldpolitische Entscheidung vor, die für den 13. März angekündigt ist.


Die Feinunze Gold ist im Londoner Nachmittags-Fixing deutlich schwächer festgestellt worden: Sie fiel auf 1.770,00 Dollar nach einem Vormittags-Fixing mit 1.781,00 Dollar.  (© Dow Jones)


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