(Update) - Fraport und Gewerkschaft kommen sich keinen Schritt näher

veröffentlicht am 20.02.2012


Im Tarifstreit zwischen dem Flughafenbetreiber Fraport und der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) gibt es keine Annäherung. Beide Parteien betonen zwar gebetsmühlenartig ihre Gesprächsbereitschaft und fordern das jeweilige Gegenüber zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Keiner der Kontrahenten macht aber den ersten Schritt - die Fronten sind verhärtet.

 

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Frankfurt - Im Tarifstreit zwischen dem Flughafenbetreiber Fraport und der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) gibt es keine Annäherung. Beide Parteien betonen zwar gebetsmühlenartig ihre Gesprächsbereitschaft und fordern das jeweilige Gegenüber zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Keiner der Kontrahenten macht aber den ersten Schritt - die Fronten sind verhärtet. Unterdessen haben die Arbeitnehmer ihren am Wochenende ausgesetzten Streik wieder aufgenommen und befinden sich seit 5 Uhr im Ausstand. Sie wollen dieses Mal 48 Stunden im Stück streiken.


Für den Flughafenbetreiber Fraport und die Airlines führt dies am Montag wieder zu vielen Flugausfällen und Verspätungen. Von den ursprünglich geplanten 1.250 Starts und Landungen in Frankfurt werden aller Voraussicht nach 231 Flüge gestrichen. Gleichwohl wollen weder Betreiber noch Airlines von Chaos sprechen. Sie bezeichnen die Situation als "geregelt" und sprechen von "geordneten" Bahnen.


Fraport hat es sich zum Ziel gesetzt, an jedem Streiktag mindestens 70 Prozent aller Flüge durchzuführen. Diese Vorgabe hatte der Flughafenbetreiber auch an den beiden ersten Streiktagen Donnerstag und Freitag erfüllt.


Von den Flugausfällen sind vor allem innerdeutsche und innereuropäische Verbindungen betroffen. Die interkontinentalen Flüge finden indes weitestgehend statt, da hier die Passagiere nicht auf die Bahn oder das Auto ausweichen können.


Wie lange die Airlines ihr Angebot noch reduzieren müssen, ist unklar. Die Gewerkschaft der Flugsicherung will "durchhalten" und verweist auf eine gut gefüllte Streikkasse. Fraport kontert und berichtet, dass mittlerweile auch Mitarbeiter bei anderen Flughäfen um Aushilfe gebeten werden.


Fraport beharrt auf der Position, dass die Tarifforderungen der Gewerkschaft unangemessen hoch sind und den Rahmen im Konzern sprengen würden. Dies habe der Schlichter bei seinem Kompromiss aber leider nicht beachtet, heißt es. Deswegen will das Unternehmen diesen Vorschlag auch nicht annehmen.


Die Gewerkschaft sieht dies anders. Sie beharrt auf dem Spruch des Schlichters und findet ihre Forderungen im Vergleich zu anderen Beschäftigten im In- und Ausland durchaus stimmig. Es könnte auch nicht sein, dass sich Fraport einen Schlichter aussuche, der einen Kompromiss verhandele, die Gewerkschaft diesen annehme, und das Unternehmen ihn dann einfach ablehne.


Für beide Beteiligten liegt die Lösung aber auf der Hand: Der andere soll nachgeben und einlenken. Hilfe von politischer Seite halten Fraport und Gewerkschaft für wenig sinnvoll. Es sei ein Konflikt innerhalb des Unternehmens, der auch intern gelöst werden müsste, sind sich beide Seiten einig.


Zu den Kosten dieser Auseinandersetzung halten sich alle Beteiligten mit konkreten Angaben zurück. Als Richtschnur nennt Fraport für einen Tag ohne jegliche Flugbewegung einen Umsatzausfall von 5 Millionen Euro.  (© Dow Jones)


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