Frost hat Deutschland weiterhin fest im Griff
veröffentlicht am 09.02.2012

Das Winterwetter behindert nach wie vor den Straßen- und Schiffsverkehr in Deutschland. Neuschnee führte am Donnerstag zu zahlreichen Verkehrsunfällen. Dabei wurden laut Polizeiangaben auch zahlreiche Menschen verletzt.
Berlin - Das Winterwetter behindert nach wie vor den Straßen- und Schiffsverkehr in Deutschland. Neuschnee führte am Donnerstag zu zahlreichen Verkehrsunfällen. Dabei wurden laut Polizeiangaben auch zahlreiche Menschen verletzt. Auf der Mosel musste der Schiffsverkehr zwischen Koblenz und Trier wegen des Eises eingestellt werden. Auch vor der vorpommerschen Ostseeküste kam der Schiffsverkehr zum Erliegen. In den bayrischen Bergen stieg die Lawinengefahr. Der gefrorene Boden beschert mittlerweile auch den Bestattern Probleme.
Östlich von Rügen hatten sich am Donnerstag nach starkem Nordost-Wind bis zu 1,50 Meter starke Eiswälle gebildet und die Schifffahrt zum Erliegen gebracht. Die Schollen könnten von Eisbrechern nicht mehr geknackt werden, sagte der Chef der Revierzentrale, Klaus-Peter Nitsch, der Nachrichtenagentur dapd. Mehrere Frachter hätten nicht mehr in die offene See eskortiert werden können und seien in die sicheren Häfen Vierow und Wolgast zurückbeordert worden.
Auch auf weiten Teilen der Mosel fuhr kein Schiff mehr. Allein in Koblenz mussten den Angaben zufolge 16 Schiffe eine Zwangspause einlegen, wie eine Sprecherin des Wasser- und Schifffahrtsamtes sagte. In Trier hatte die Mosel eine Eisdicke von 1,5 Zentimetern, an der Staustufe Enkirch wurden bis zu zehn Zentimetern gemessen.
Schnee und Glätte verursachten auch im Straßenverkehr Behinderungen. In Sachsen kam der Verkehr bei bis zu 20 Zentimetern Neuschnee kam auf Autobahnen und Landstraßen zeitweise zum Erliegen, wie die Polizei mitteilte. In Sachsen-Anhalt war es auf der A 9 bei Dessau binnen einer halben Stunde zu fünf Verkehrsunfällen gekommen. Verletzt wurde niemand. Elf Menschen wurden hingegen bei Unfällen in Brandenburg verletzt. Schneefall führte am Morgen auch in Mecklenburg-Vorpommern zu glatten Fahrbahnen. Auf der A 24 registrierte die Polizei innerhalb von zwei Stunden sieben Glätteunfälle, bei denen niemand verletzt wurde.
In Niedersachsen wurden bei einem Glätteunfall eine 22-jährige Frau und ihr zweijähriger Sohn verletzt. Leicht verletzt wurde auch ein fünfjähriges Mädchen, als seine Mutter in Wrestedt auf ein geparktes Auto auffuhr. Schwere Verletzungen erlitt ein 75-jähriger Autofahrer im Landkreis Uelzen. Bei überfrierendem Sprühregen geriet er ins Schleudern prallte mit seinem Wagen gegen einen Baum.
In den bayerischen Alpen stieg unterdessen die Lawinengefahr weiter an. Oberhalb von 1.800 Metern sei die Gefahr erheblich und entspreche der Warnstufe drei von fünf, teilte der Lawinenwarndienst Bayern in München mit.
Frostgeplagt sind mittlerweile auch die Bestatter in Bayern. Wegen des gefrorenen Bodens müssten derzeit Presslufthämmer zum Ausheben von Gräbern eingesetzt werden, sagte der Vorsitzende des Bestatterverbandes Bayern, Toni Hanrieder, in Dachau der Nachrichtenagentur dapd.
Für die kommende Woche erwarten Meteorologen Plusgrade im Norden und Westen Deutschlands. Ab Montag ziehen laut Deutschen Wetterdienst mehrere Tiefdruckgebiete über das Bundesgebiet, die deutlich mildere Luft ins Land bringen. Dann sei davon auszugehen, dass die Temperaturen in der Nordwesthälfte bis auf drei Grad über den Gefrierpunkt ansteigen. Im Rest des Landes sei verbreitet mit Schneefall zu rechnen. (© AP)




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