Ludwig II. und die Euro-Krise

veröffentlicht am 09.02.2012


Er war ein Freund der Künste und ließ eine ganze Reihe hübscher Schlösser bauen, er war vermutlich psychisch krank und nahm sich wohl das Leben - aber was hat Bayerns einstiger "Märchenkönig" mit der Euro-Krise zu tun? Eine ganze Menge, findet jedenfalls Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die "extravaganten Leidenschaften" des Herrschers hätten ihren Preis gehabt, gab sie am Donnerstag bei der Präsentation einer Zwei-Euro-Sonderprägung mit Schloss Neuschwanstein als Motiv zu bedenken.

 

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Berlin - Er war ein Freund der Künste und ließ eine ganze Reihe hübscher Schlösser bauen, er war vermutlich psychisch krank und nahm sich wohl das Leben - aber was hat Bayerns einstiger "Märchenkönig" mit der Euro-Krise zu tun? Eine ganze Menge, findet jedenfalls Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die "extravaganten Leidenschaften" des Herrschers hätten ihren Preis gehabt, gab sie am Donnerstag bei der Präsentation einer Zwei-Euro-Sonderprägung mit Schloss Neuschwanstein als Motiv zu bedenken. Die Münze könne daher "als Mahnung dienen, auf solide Staatsfinanzen zu achten".


Merkel zeigte sich im Kanzleramt erfreut darüber, dass Bayern heutzutage solide Finanzpolitik betreibe. Das bekräftigte Ministerpräsident Horst Seehofer: Man habe aus der Geschichte gelernt, "nicht über unsere Verhältnisse zu leben". Überhaupt sei der Bayer an sich recht sparsam: Im Allgäu seien die Sondermünzen bereits vergriffen und würden sicher nicht ausgegeben, sondern gespart. Das sei ein Beitrag zur Stabilisierung der Gemeinschaftswährung, versicherte Seehofer: "Jeder entzogene Euro trägt zu Stabilität der Währung bei."


Ausgerechnet einer, der sich besonders für Haushaltsdisziplin und Währungstabilität interessiert, verpasste Seehofers Geldumlauf-Analyse: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble war am Nachmittag unterwegs zum Treffen der Euro-Gruppe in Brüssel.  (© AP)



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