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Jury-Präsident Leigh mag kaltes Winterwetter bei der Berlinale

veröffentlicht am 09.02.2012


Der Präsident der Internationalen Jury der Berlinale, der britische Regisseur Mike Leigh, kann dem Winterwetter beim Festival etwas Gutes abgewinnen. Während regelmäßig Stimmen für eine Verlegung des Filmfestes in den Sommer laut werden, sagte Leigh am Donnerstag, er schätze bei der Berlinale "den Geist, der hier herrscht" und erklärte: "Hilfreich ist es, dass das Festival mitten im Winter stattfindet, und es sehr kalt ist, das eint die Leute."

 

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Berlin - Der Präsident der Internationalen Jury der Berlinale, der britische Regisseur Mike Leigh, kann dem Winterwetter beim Festival etwas Gutes abgewinnen. Während regelmäßig Stimmen für eine Verlegung des Filmfestes in den Sommer laut werden, sagte Leigh am Donnerstag, er schätze bei der Berlinale "den Geist, der hier herrscht" und erklärte: "Hilfreich ist es, dass das Festival mitten im Winter stattfindet, und es sehr kalt ist, das eint die Leute."


In der diesjährigen Jury, die über den Goldenen und die Silbernen Bären entscheidet, sitzen neben Leigh der Fotograf und Filmemacher Anton Corbijn, der Regisseur und Drehbuchautor Asghar Farhadi, die Schauspielerin und Sängerin Charlotte Gainsbourg, der Schauspieler Jake Gyllenhaal, der Regisseur François Ozon, der Schriftsteller Boualem Sansal und die Schauspielerin und Sängerin Barbara Sukowa.


Leigh war schon öfter Gast der Berlinale. Zuletzt war der britische Regisseur 2008 mit der Sozialkomödie "Happy-Go-Lucky" im Wettbewerb vertreten. Leigh nannte es am Donnerstag "wunderschön", in den nächsten Tagen so viel Zeit damit zu verbringen, über die Arbeiten anderer Filmemacher nachzudenken. "Für eine Weile mal die eigene Arbeit zu vergessen, das ist sehr gut."


Gainsbourg, die 2006 in Michel Gondrys Wettbewerbsfilm "The Science of Sleep" zu sehen war, gab zu, unvorbereitet angereist zu sein. Sie habe "nicht mal die Unterlagen über die Filme angesehen". Lieber wolle sie jeden Film "jedes Mal neu entdecken". Da sie ein Baby bekommen habe, sei sie seit rund neun Monaten nicht mehr im Kino gewesen und freue sich nun, mal wieder in einen Kinosaal zu kommen.


Sukowa sagte, wenn man älter werde, dächten die Leute offenbar, man bekäme nicht mehr so viele Filmrollen, und man werde häufiger in Jurys eingeladen. "Wenn es dafür Geld gäbe, könnte ich damit meinen Lebensunterhalt verdienen", scherzte sie. Der Niederländer Corbijn, der mit Fotos von Musikern und Bands bekannt wurde und mit dem Film "Control" sein Regiedebüt gab, sagte, da er neu in der Filmbranche sei, betrachte er die Arbeit in der Berlinale-Jury als "Filmschule".


Der iranische Filmemacher Ashgar Farhadi sagte, er habe gerade seiner Tochter versprochen gehabt, nicht mehr so viel zu reisen. Die Jury-Anfrage von Berlinale-Direktor Dieter Kosslick habe er jedoch nicht ablehnen können. Farhadi hatte 2011 mit "Nader und Simin - Eine Trennung" den Goldenen Bären und zwei Silberne Bären für die schauspielerischen Leistungen des Ensembles gewonnen.


Sansal sagte, er sei erst irritiert gewesen, als Kosslick ihn eingeladen habe. Er sei "kein Mann des Films" und habe gedacht: "Der muss sich in der Person geirrt haben." Kosslick habe ihm dann jedoch erklärt, dass er der Meinung sei, "ein Mann des Wortes kann auch die Sprache der Bilder bewerten". Der algerische Schriftsteller war 2011 auf der Frankfurter Buchmesse mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden.


Gyllenhaal gab zu, "ganz aufgeregt" zu sein und erklärte dies auch mit Verweis auf Kosslick. "Es ist schwer, mit Dieter zusammen zu sein und nicht aufgeregt zu sein, denn er ist ständig aufgeregt."


Die 62. Internationalen Filmfestspiele sollten am Abend mit dem Drama "Les adieux à la Reine" ("Leb wohl, meine Königin!") über die Anfänge der Französischen Revolution eröffnet werden. Den offiziellen Startschuss im Berlinale Palast am Potsdamer Platz geben Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU), Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), Kosslick und Leigh. 18 Produktionen konkurrieren um den Goldenen und die Silbernen Bären, die am 18. Februar verliehen werden.  (© AP)



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