Mehr wissen: Potenzielle Lagerstätten für Atommüll
veröffentlicht am 09.02.2012

Bund und Länder wollen bei der Suche nach einem geeigneten Atommüllendlager noch einmal ganz von vorne beginnen. Seit Mitte November beraten sie daher über das genaue Verfahren der Endlagersuche. Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) spricht gerne von einer "weißen Landkarte", wenn es um mögliche Standorte geht.
Berlin - Bund und Länder wollen bei der Suche nach einem geeigneten Atommüllendlager noch einmal ganz von vorne beginnen. Seit Mitte November beraten sie daher über das genaue Verfahren der Endlagersuche. Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) spricht gerne von einer "weißen Landkarte", wenn es um mögliche Standorte geht. Grundsätzlich gibt es drei Gesteinsformationen, die als mögliche Lagerstätten für Atommüll in Frage kommen: Ton, Granit und Salz. Alle drei haben Vor- und Nachteile. Die Nachrichtenagentur dapd gibt einen Überblick:
Steinsalz: Unter idealen Bedingungen ist Steinsalz praktisch undurchlässig gegenüber Gasen und Flüssigkeiten und besitzt eine hohe Wärmeleitfähigkeit sowie Eigenschaften, die über die Jahre zum Verschluss von Hohlräumen im Gebirge führen. Aufgrund dieser Eigenschaften ist Steinsalz nach Einschätzung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) besonders gut als Wirtsgestein für Wärme entwickelnde hochaktive Abfälle geeignet. Geologen weisen jedoch darauf hin, dass Salz auch besonders gut löslich ist. Es besteht also die Gefahr, dass sich Wasser oder Laugen einen Weg durch das Salz bahnen können. Potenzielle Salzstöcke liegen nach Angaben der BGR in Norddeutschland.
Ton: Tongesteine weisen eine große Bandbreite auf, vom plastischen Ton mit Übergangsformen bis zum stark verfestigten und teilweise geklüfteten Tonstein. Ton ist kaum wasserlöslich und auch kaum wasserdurchlässig. Allerdings leitet Ton Wärme schlechter ab als Steinsalz. Zudem sind künstliche Hohlräume nicht so stabil und müssen mit technischen Hilfsmitteln stabilisiert werden. Außerdem darf die durch die Abfallwärme hervorgerufene maximale Gebirgstemperatur eine Temperatur von 100 Grad nicht überschreiten, die Zwischenlagerzeit beträgt nach Einschätzung der BGR daher mindestens 30 bis 40 Jahre. Mögliche Tonsteinformationen liegen demnach vor allem im Norden Deutschlands sowie entlang der Donau und westlich des Bodensees.
Granit: Kristallingesteine (Granite und metamorphe Gesteine) zeichnen sich besonders durch ihre hohe Festigkeit und Hohlraumstabilität sowie durch ihre geringe Temperaturempfindlichkeit aus. Bei unzerklüfteten Formationen ist die Durchlässigkeit von kristallinen Gesteinen sehr gering, allerdings erhebt die BGR Zweifel, ob diese in Deutschland in ausreichender Größe vorhanden sind. Bei stärker zerklüfteten Gesteinsschichten müssten die Abfälle in zusätzlichen Behältern verschlossen werden. Mögliche Standorte im Raum Dresden und im Norden Bayerns werden heutzutage daher kaum noch in Betracht gezogen. (© AP)




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