Gewinneinbruch bei Credit Suisse
veröffentlicht am 09.02.2012

Die zweitgrößte Schweizer Bank Credit Suisse (CS) hat im Krisenjahr 2011 einen Gewinneinbruch von 62 Prozent erlitten. Im Gesamtjahr machte die CS einen Gewinn von umgerechnet 1,61 Milliarden Euro, wie das Geldinstitut am Donnerstag mitteilte. 2010 waren es noch 4,21 Milliarden gewesen.
Zürich - Die zweitgrößte Schweizer Bank Credit Suisse (CS) hat im Krisenjahr 2011 einen Gewinneinbruch von 62 Prozent erlitten. Im Gesamtjahr machte die CS einen Gewinn von umgerechnet 1,61 Milliarden Euro, wie das Geldinstitut am Donnerstag mitteilte. 2010 waren es noch 4,21 Milliarden gewesen. Besonders schlecht lief das vierte Quartal, in dem die Zürcher sogar einen Verlust von 526 Milliarden Euro verkraften mussten.
Die Bank befindet sich mitten in einem Restrukturierungsprozess. Die Kosten für die Streichung von Stellen, den Rückzug aus Geschäftsfeldern und der Abbau von Risikopapieren kostete die Bank rund 825 Millionen Euro. Wie bei vielen Konkurrenten lief jedoch auch das Kerngeschäft schlecht: Alleine im vierten Quartal verlor die Bank im schwankungsanfälligen Investmentgeschäft 1,08 Milliarden Euro. Im Vergleichsquartal 2010 war diese Sparte mit 460 Millionen Euro Gewinn noch profitabel.
Gut lief die Vermögensverwaltung. Hier wurde zwar im vierten Quartal mit 385 Millionen Euro ebenfalls weniger verdient als im Vergleichsquartal 2010, allerdings hat die CS im Gesamtjahr rund 36,7 Milliarden neues Geld akquirieren können. Damit betreut die CS mehr als 825 Milliarden Euro an Aktiva. Dass der Gewinn in dieser Sparte geringer ausfiel, wurde auch dem starken Franken zugeschrieben.
Bis zum Ende 2013 will sich die CS von 1.500 ihrer insgesamt 50.000 Mitarbeiter trennen, zusätzlich zu dem bereits angekündigten Stellenabbau von 2.000 Mitarbeitern.
Wegen eines eskalierenden Steuerstreits mit den USA musste die CS Rücklagen in Höhe von 243 Millionen Euro bilden, die im laufenden Jahr möglicherweise noch aufgestockt werden. Trotzdem blickte Finanzvorstand David Mathers am Donnerstag optimistisch in die Zukunft. Während 2011 ein "Übergangsjahr" gewesen sei, habe das laufende Jahr relativ gut angefangen. Der Tritt auf die Kostenbremse wirke sich aus, die Lage zeige einen "Trend zur Verbesserung", sagte Mathers.
Die Bank habe seit Mitte 2011 die Risiken und Kosten "aggressiv verringert", und zwar in einer Stimmung von unsicherer Zukunft, geringer Kundenaktivität und starken Schwankungen an den Märkten wegen der europäischen Finanzkrise, sagte der Finanzvorstand.
Die Aktionäre erhalten 62 Cent Dividende pro Aktie nach 1,07 Euro im Vorjahr. Auch die Konzernleitung muss sich mit 57 Prozent weniger Boni begnügen. (© AP)




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