XETRA-START/DAX legt noch eine Schippe drauf
veröffentlicht am 09.02.2012

FRANKFURT - Die Kurse am deutschen Aktienmarkt legen am Donnerstag im frühen Handel nochmals leicht zu. Gegen 10.00 Uhr MEZ steigt der DAX um 1 Prozent auf 6.814 Punkte. In Griechenland ist eine Einigung der Politiker auf Sparmaßnahmen greifbar nahe.
Berlin - FRANKFURT - Die Kurse am deutschen Aktienmarkt legen am Donnerstag im frühen Handel nochmals leicht zu. Gegen 10.00 Uhr MEZ steigt der DAX um 1 Prozent auf 6.814 Punkte. In Griechenland ist eine Einigung der Politiker auf Sparmaßnahmen greifbar nahe. Händler berichten zudem, dass die Anleger nach wie vor auf viel Liquidität sitzen, die investiert werden soll. Ausdruck der zunehmenden Risikoneigung ist der Euro, der zum US-Dollar im frühen Handel erstmals seit zwei Monaten über 1,33 Dollar gestiegen ist.
„Der Markt setzt derzeit eindeutig darauf, dass Athen am Ende Geld bekommt", sagt Lutz Karpowitz von der Commerzbank. Bei den meisten der von den Hilfsgebern geforderten Reformen konnten sich die Parteispitzen der griechischen Drei-Parteien-Koalition einigen. Unstimmigkeiten gibt es noch über Rentenkürzungen im Volumen von 300 Millionen Euro. Ein Vertreter der Regierungsvertreter sagte, Griechenland sei eine Frist von 15 Tagen eingeräumt worden, um auch in diesen Stolperstein noch aus dem Weg zu räumen. Nach Börsenschluss trifft sich in Brüssel zudem die Eurogruppe. Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos hat angekündigt, dorthin zu reisen und ein positives Urteil der Finanzminister der Eurozone zu den griechischen Sparvorschlägen einzuholen.
Bank of England könnte Börsen weiteren Anschub geben
Neben dem schier unendlichen Gezerre um einen Schuldenschnitt und ein zweites Rettungspaket für Athen könnten vor allem die Notenbanker am Mittag Impulse setzen. Angesichts der anhaltenden Konjunkturschwäche in Großbritannien dürfte die Bank of England (BoE) abermals das Volumen des Kaufprogramms für Staatsanleihen aufstocken. Die meisten Ökonomen erwarten einen Aufschlag von 50 Milliarden Pfund, einige Volkswirte rechnen gar mit zusätzlichen 75 Milliarden Pfund. Das könnte die Börsen zusätzlich antreiben.
Auch die EZB wird am Mittag über die künftige Geldpolitik entscheiden. Im Gegensatz zur BoE dürfte die Euro-Notenbank aber zunächst Kurs halten. Schließlich steht der zweite Dreijahrestender zur Versorgung der Banken mit Liquidität erst Ende des Monats an. Dessen Auswirkungen wird EZB-Präsident Mario Draghi wohl erst einmal abwarten. Das erste dieser langfristigen Refinanzierungsgeschäfte verbesserte die Refinanzierungsbedingungen für Europas Kreditinstitute bereits deutlich und trieb die Aktienkurse nach oben.
Unterdessen ist die Berichtssaison in vollem Gange. Mit Daimler und HeidelbergCement haben auch zwei DAX-Unternehmen ihre Bücher geöffnet. Aktien von Daimler führen mit einem Plus von 4,9 Prozent auf 46,80 Euro die Kursgewinner im DAX an. Die Stuttgarter haben beim operativen Gewinn 2011 etwas besser angeschnitten als von Analysten im Konsens erwartet. Auch die vorgeschlagene Dividende liegt mit 2,20 Euro je Aktie über der Konsensprognose von 2,04 Euro. Im Sog von Daimler legen auch BMW um 2,1 Prozent auf 70,44 Euro zu und VW um 2,6 Prozent auf 145,30 Euro.
HeidelbergCement hat im vergangenen Jahr mehr Umsatz und Gewinn erwirtschaftet als Analysten im Konsens erwartet hatten. Die Aktie, die zuletzt bereits stark gestiegen war, zieht um weitere 1,1 Prozent auf 39,15 Euro an. Neben Kosteneinsparungen profitierte das Unternehmen von einem milden Winter.
Siemens verlieren unterdessen 0,3 Prozent auf 75,80 Euro. Der Industriekonzern könnte das mittelfristige Umsatzziel von 100 Milliarden Euro anders erreichen als bisher geplant. Das selbstgesteckte Umsatzziel gelte zwar weiter, sagte Finanzvorstand Joe Kaeser in einem Interview mit dem Handelsblatt. "Aber vielleicht muss man die Route neu berechnen," fügte er hinzu.
Der Modekonzern Hugo Boss hat im vierten Quartal mehr Umsatz und Gewinn erzielt, als vom Management und von Analysten erwartet. Dazu trug nicht zuletzt der Absatz in den hauseigenen Geschäfte bei. Die Aktie steigt um 1,1 Prozent auf 77,61 Euro.
Heidelberger Druck sind mit einem Abschlag von 3,8 Prozent auf 1,55 Euro einer der größten Kursverlierer unter den deutschen Standardwerten. Die britische Bank HSBC hat die Aktie auf "Underweight" abgestuft und begründet dies damit, dass der Hersteller von Druckmaschinen auch im laufenden Geschäftsjahr einen beachtlichen Verlust einfahren dürfte. (© Dow Jones)




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